Linken-Chefin Hennig-Wellsow will nach der Wahl schnell Hartz IV erhöhen

Erfurt/Berlin - Die Bundesvorsitzende der Linken, Susanne Hennig-Wellsow (43), hat sich dafür ausgesprochen, im Falle einer rot-grün-roten Bundesregierung in den ersten 100 Tagen die Hartz-IV-Sätze um 100 Euro anzuheben.

Die Linken-Chefin hat große Pläne für die Sozialpolitik in Deutschland. Eine Änderung sieht die Erhöhung von Hartz-IV vor.
Die Linken-Chefin hat große Pläne für die Sozialpolitik in Deutschland. Eine Änderung sieht die Erhöhung von Hartz-IV vor.  © Michael Reichel/dpa-Zentralbild/dpa

"Zu Recht fordern Gewerkschaften und Sozialverbände die Neuberechnung und deutliche Erhöhung der Hartz-IV-Sätze, denn die Erhöhung um drei Euro liegt weit unter der aktuellen Inflation", sagte Hennig-Wellsow der Deutschen Presse-Agentur.

Ein Bündnis aus SPD, Grünen und Linke könne dies zügig erreichen - schon in den ersten 100 Tagen, sagte sie. "Dafür spreche ich mich aus, die Ablösung von Hartz-IV regelt dann der Koalitionsvertrag", erklärte sie.

Ihrer Ansicht nach sei auch deshalb die "Färbung der kommenden Bundesregierung" für viele Menschen in Deutschland "so existenziell".

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Erst vor wenigen Tagen brachte das Kabinett eine Verordnung des Bundessozialministeriums auf den Weg, die eine Anhebung des Hartz-IV-Regelsatzes um drei Euro pro Monat vorsieht. Ein alleinstehender Erwachsener soll demnach ab Januar 449 Euro im Monat bekommen.

Insgesamt erhalten Empfänger von Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe sowie Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung 0,76 Prozent mehr Geld. Der Satz für Partnerinnen, Partner und Ehegatten steigt um 3 auf 404 Euro.

Ob es für ein rot-rot-grünes Bündnis reicht, wird sich nach der Bundestagswahl zeigen, denn in der Außen- und Sicherheitspolitik gibt es große Differenzen zwischen SPD und Grünen auf der einen und denen der Linken auf der anderen Seite.

Die beiden Kanzlerkandidaten von SPD und Grünen, Olaf Scholz (63) und Annalena Baerbock (40), hatten sich zuletzt eher skeptisch zu einem rot-grün-roten Bündnis geäußert. Scholz hatte von den Linken ein Bekenntnis zur Nato gefordert.

Titelfoto: Michael Reichel/dpa-Zentralbild/dpa

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