Sie steckte in Schneewehe fest: So steht es aktuell um die Brocken-Bahn

Wernigerode - Schnee-Chaos in Deutschland! Ununterbrochene Schneefälle sorgten am Montag dafür, dass eine Lok der Harzer Schmalspurbahn (HSB) in Schneewehen steckenblieb (TAG24 berichtete).

Die Brockenbahn war auf der Strecke zwischen Drei-Annen-Hohne und dem Brockenbahnhof unter Schneemassen begraben. Einsatzkräfte hatten sie mühevoll freigeschaufelt.
Die Brockenbahn war auf der Strecke zwischen Drei-Annen-Hohne und dem Brockenbahnhof unter Schneemassen begraben. Einsatzkräfte hatten sie mühevoll freigeschaufelt.  © Matthias Strauss

Auf dem Brocken wuchs die Schneedecke binnen eines Tages von 75 auf 103 Zentimeter, wie ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am Mittwoch in Leipzig sagte.

Das führte auch zu Schneeverwehungen, in denen die Lokomotive schließlich steckenblieb. Beschäftigte waren stundenlang mit einer Schneefräse im Einsatz, um die Zugmaschine und drei Waggons freizubekommen. Der reguläre Bahnbetrieb zum Brocken und zurück fiel daher aus.

Der liegengebliebene Zug war am Montag auf dem Weg zum Brocken-Bahnhof in eine Schneewehe gefahren. Dutzende Passagiere saßen stundenlang fest, ehe sie in einem Teil der Waggons von einer neuen Lok zurück nach Wernigerode gebracht wurden. Gut 60 Menschen warteten auf dem Brocken bis zum Abend auf eine Rückkehrmöglichkeit.

Am Mittwochabend dann die Entwarnung: die historischen Waggons der Brockenbahn wurden freigeschaufelt und stehen nun in Wernigerode. Noch sei unklar, ob sie beschädigt sind. Die Schneemassen waren bis ins Innere der Waggons eingedrungen.

Die Bahnstrecke zwischen Drei-Annen-Hohne und dem Brockenbahnhof sei noch immer gesperrt. Wann der Zugverkehr wieder aufgenommen werden kann, ist noch unklar. Die Mitarbeiter seien durchgängig damit beschäftigt, Gleise und Weichen von Eis und Schnee zu befreien.

Erneuter Bergungsversuch für eingeschneiten Dampfzug am Brocken

Die Harzer Schmalspurbahn war am Donnerstag den dritten Tag in Folge damit beschäftigt, einen eingeschneiten Zug zu bergen.
Die Harzer Schmalspurbahn war am Donnerstag den dritten Tag in Folge damit beschäftigt, einen eingeschneiten Zug zu bergen.  © DPA

UPDATE, 12.10 Uhr: Die Mannschaft sei zuversichtlich, dass der letzte Waggon und die festgefahrene Dampflok bei Tageslicht ausgebuddelt werden könnten, sagte HSB-Sprecher Dirk Bahnsen am Vormittag. Wind und Schnee hätten nachgelassen. "Aber man darf nicht vergessen, dass da Schneeberge liegen, die alle mit reiner Muskelkraft weggeschaufelt werden müssen." Zudem müsse die Lok enteist und einige Stangen und Teile des Fahrwerks abgebaut werden, um das Fahrzeug nach der langen Standzeit im Eis bewegen zu können, ohne großen Schaden anzurichten.

Am Mittwoch wurden bei starkem Wind und Schneefall zwei der drei bis unter das Dach eingeschneiten Waggons ausgegraben und weggefahren.

Wegen der Bergungsarbeiten verkehrte die Brocken-Bahn mit eingeschränktem Fahrplan nur bis Schierke, wie Bahnsen berichtete. Die Aktion habe höchste Priorität. Die Route von Wernigerode sei die wichtigste Strecke der Harzer Schmalspurbahn. Drei Viertel aller Einnahmen generiere das Unternehmen hier und unterhalte damit das gesamte Streckennetz. Der eingeschneite Brockengipfel sei gerade jetzt ein attraktives Ausflugsziel. "Deswegen wollen wir so bald wie möglich wieder hochfahren - aber nur, wenn es sicher möglich ist."

So sah der Zug noch vor einem Tag aus.
So sah der Zug noch vor einem Tag aus.  © DPA
Bis ins Innere des Waggons ist der Schnee vorgedrungen.
Bis ins Innere des Waggons ist der Schnee vorgedrungen.  © Matthias Strauß

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