Illegale Party im Steinbruch: Polizei muss Camper wecken

Die illegalen Camper und Partywütigen hinterließen jede Menge Müll.
Die illegalen Camper und Partywütigen hinterließen jede Menge Müll.

Kamenz - Feiern bis zum Abwinken, aber keinem Bescheid sagen: Das hatten sich Hunderte Jugendliche wohl am Wochenende in Haselbachtal gedacht.

Sie machten aber die Rechnung ohne die intressierten Dorfbewohner und natürlich die Polizei. Denn laut einem Bericht der Sächsischen Zeitung mussten am Sonntag die Beamten anrücken, um die illegalen Camper zu wecken.

Die hatten es sich übers Wochenende am Steinbruch Luise gemütlich gemacht und sich offenbar übers Internet im Vorhinein dazu verabredet. "Es erklang zwar lautere Musik von der Luise her, aber das hat wahrscheinlich keinen weiter gestört", sagte Bürgermeisterin Margit Boden der SZ.

Und so tat sich nichts, bis Gemeindearbeiter am Sonntag immer wieder Müllberge fanden und Boden schließlich ein Foto vom Steinbruch bekam.

Darauf waren immer noch einhundert Camper zu sehen, in den Tagen zuvor müssen es weitaus mehr gewesen sein.

Feiern bis die Polizei kommt: Das dachten sich wohl die jungen Leute, die zur Party aufgerufen hatten.
Feiern bis die Polizei kommt: Das dachten sich wohl die jungen Leute, die zur Party aufgerufen hatten.

Die Bürgermeisterin musste daraufhin mit ihren Gemeindearbeitern und der Kamenzer Polizei anrücken, um die illegalen Camper überhaupt erst einmal aus dem Tiefschlaf zu holen.

"Die wenigstens kannten sich, betonten aber, dass sie sich alle liebhätten", so Boden weiter.

Ihre Zelte aufgeschlagen hatten die Partywütigen auf einem Getreidefeld der Lausitzer Hügelland Agrar AG und da dieses nun völlig unbrauchbar ist, droht richtig Ärger. Denn die Initiatoren der illegalen Party müssen mit Konsequenzen rechnen.

Der Chef des betroffenen Agrarbetriebes, Wilfried Furchert, ist stinksauer: „Die Ernte auf dem Feld können wir vergessen. Wir werden Anzeige erstatten.“

Besonders schlimm sei der Müll auf einer angrenzenden Wiese. Die Müllreste könnten Erntemaschinen zerstören oder sogar ins Tierfutter gelangen. Die Polizei nahm Personalien von 15 Menschen auf.

Die Risiken der sprichwörtlichen Nacht-und Nebelaktion hatten die beiden jungen Männer, die zur Party aufriefen, wohl nicht bedacht.

Denn erst im vergangenen Jahr war ein Mädchen während einer Party in den Steinbruch gestürzt und musste gerettet werden.

Als die Polizei am Sonntag die Situation untersuchten war augenscheinlich nur noch ein Bruchteil der Camper anzutreffen.
Als die Polizei am Sonntag die Situation untersuchten war augenscheinlich nur noch ein Bruchteil der Camper anzutreffen.
So schön das Feiern am Steinbruch auch sein mag, es ist auch gefährlich. Erst letztes Jahr gab es einen brenzlichen Zwischenfall.
So schön das Feiern am Steinbruch auch sein mag, es ist auch gefährlich. Erst letztes Jahr gab es einen brenzlichen Zwischenfall.
Das anliegende Feld, das einem Teil der jungen Leute als Zeltplatz diente, ist stark in Mitleidenschaft gezogen worden.
Das anliegende Feld, das einem Teil der jungen Leute als Zeltplatz diente, ist stark in Mitleidenschaft gezogen worden.
Auch für Deko wurde gesorgt. Bis Anwohner vermehrt Müll fanden, störte sich scheinbar niemand an der illegalen Party.
Auch für Deko wurde gesorgt. Bis Anwohner vermehrt Müll fanden, störte sich scheinbar niemand an der illegalen Party.

Fotos: privat, Christian Essler, dpa


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