#summerinsyria: Absurde Twitter-Kampagne in Syrien

Das Magazin "Frontline" zeigte, wie absurd die Kampagne ist.

Die staatliche Nachrichtenagentur "Sana" hatte zu der Aktion aufgerufen.
Die staatliche Nachrichtenagentur "Sana" hatte zu der Aktion aufgerufen.

Syrien - #summerinsyria! So schön ist der Sommer in Syrien. Schon beim Lesen dieser Zeile sagt der Kopf: Da passt doch was nicht zusammen. Umso verstörender wirkt diese Twitter-Kampagne einer syrischen Nachrichtenagentur. Sie rief die Syrer dazu auf, unter dem Hastag #summerinsyria die schönsten Bilder des Sommers zu posten.

In Syrien ist die Welt nicht in Ordnung. Auch im Sommer nicht. Dort herrscht ein blutiger Bürgerkrieg, Tausende Menschen sind auf der Flucht vor Terror und Zerstörung. Ausgerechnet zu dieser Zeit hatte die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana eine selten absurde Idee. Der syrische Tourismusminister Bischar Jasigi pushte die Aktion sogar.

Er rief die syrische Bevölkerung dazu auf, unter dem Hashtag #summerinsyria Eindrücke "des großartigen Sommers" zu teilen.

Dass der Minister dann aber auch noch begleitet von einer Fernsehproduktionsfirma durch das nahezu komplett zerstörte Syrien reist, um einen Ferienort zu besuchen und dort Bilder von glücklichen, im Pool planschenden Kindern einfängt, sorgte für großes Entsetzen.

Die Reaktionen im Netz ließen nicht lange auf sich warten. Bei Twitter posteten Menschen Bilder von zerstörten Häusern, dem Elend auf den Straßen und Bränden - natürlich unter dem Hashtag #summerinsyria.

Fotos: twitter.com


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