"Hasi"-Besetzer haben kapituliert: Haus an Eigentümerin übergeben, Villa bezogen

Halle (Saale) - Die Aktivisten des Hausprojekts "Hasi" haben kapituliert. Nach wochenlangem Streit um das Gebäude in der Hafenstraße 7 in Halle (Saale), haben die Bewohner die Immobilie am Freitagabend freiwillig geräumt.

Um dieses Objekt ging es: Ein leerstehendes und von Aktivisten besetztes Haus in der Hallenser Hafenstraße.
Um dieses Objekt ging es: Ein leerstehendes und von Aktivisten besetztes Haus in der Hallenser Hafenstraße.

Um 17.30 Uhr sei das nun leere Haus an die Eigentümerin, die Hallesche Wohnungsgesellschaft (HWG) übergeben worden, berichtet die MITTELDEUTSCHE ZEITUNG online. Damit endet der Streit zwischen den ehemaligen Bewohnern und der HWG friedlicher als zunächst vermutet.

Bereits Mitte November scheiterte eine gerichtlich angeordnete Räumung: "Aufgrund rechtlicher Bedenken" wurde der Vollzugshilfe nicht stattgegeben. Die Räumung wurde abgesagt. Zu diesem Zeitpunkt waren bereits Strom und Wasser auf dem Grundstück abgestellt worden (TAG24 berichtete).

Auch am gestrigen Freitag hat die Gerichtsvollzieherin einen neuen, für den 18. Dezember geplanten Anlauf abgesagt. Die Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Süd habe die angeforderte Amtshilfe wegen rechtlicher Bedenken verweigert (TAG24 berichtete).

Das Gebäude war im Januar 2016 erstmals besetzt worden. Später hatten sich einige der Besetzer zu einem Verein zusammengeschlossen und einen Nutzungsvertrag mit der HWG ausgehandelt. Der war zum 31. Januar 2018 ausgelaufen.

Laut Informationen der MZ soll das soziokulturelle Zentrum "nun auf einer legalen Grundlage an einem anderen Ort in Halle neu aufgebaut werden".

UPDATE, 13.25 Uhr: Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos) sagte der MZ, dass das Hausprojekt an den Galgenberg (in die Hausnummer 2) zieht. Dort gäbe es eine alte Gärtnerei mit einem Villengebäude, umsäumt von einer Kleingartenanlage. Die Villa werde von einem Hausmeister bewohnt und von Mitarbeitern des Grünflächenamtes dienstlich genutzt. Der Untermietvertrag zwischen "Hasi" und der Stadt Halle sei heute unterzeichnet worden. Nun können die Mitglieder in das untere Geschoss der Villa ziehen und die Grünflächen nutzen. Einen Umzug der städtischen Mitarbeiter schloss Wiegand den Angaben zufolge nicht aus.