Hass-Plakate gegen Hopp: Anwalt bringt Stadionverbot ins Gespräch

Stuttgart - Dietmar Hopps Anwalt Christoph Schickhardt hat nach den Hass-Plakaten gegen Hoffenheims Mäzen ein bundesweites Stadionverbot für die Übeltäter ins Gespräch gebracht.

Union-Fans zeigen Banner mit dem Schriftzug "Hurensohn" und dem Abbild von Dietmar Hopp, Mäzen des TSG 1899 Hoffenheim, im Fadenkreuz. Es folgte eine Spielunterbrechung. (Symbolbild)
Union-Fans zeigen Banner mit dem Schriftzug "Hurensohn" und dem Abbild von Dietmar Hopp, Mäzen des TSG 1899 Hoffenheim, im Fadenkreuz. Es folgte eine Spielunterbrechung. (Symbolbild)  © Andreas Gora/dpa

"Das Verbandsrecht kann ein Stadionverbot aussprechen, ein bundesweites Stadionverbot. Das ist ein sehr scharfes Schwert", sagte der 64-Jährige aus Ludwigsburg am Sonntagabend in der SWR-Fernsehsendung "Sport im Dritten".

Der Jurist hat in den vergangenen Jahre verschiedene Bundesligisten bei Verhandlungen vor dem DFB-Sportgericht vertreten. Schickhardt sprach sich für Modelle wie das "Kick it out" in Großbritannien aus, wo zum Beispiel rassistische Vorfälle angezeigt werden können.

"Das Muster aller Lösungen ist die Selbstreinigung. Die Fans müssen diese Leute ausschließen. Die Fans sind die Lösung", sagte er.

Wegen Schmähungen gegen Hopp durch Anhänger des FC Bayern war am Samstag die Bundesliga-Partie der Münchner bei der TSG zweimal unterbrochen worden.

Die Bayern-Führungsriege und zahlreiche Spitzenfunktionäre hatten sich daraufhin mit Hopp solidarisiert. Auch in anderen Stadien gab es Fan-Attacken gegen Hopp und den Deutschen Fußball-Bund (DFB).

"Das ist jetzt der Wendepunkt, die haben jetzt die Machtfrage gestellt. Jetzt muss die Liga hinstehen und Flagge zeigen", forderte Schickhardt. Der Jurist nahm vor allem die Deutsche Fußball Liga in die Pflicht: "Die DFL muss voran gehen, die geistige Führung übernehmen."

Christoph Schickhardt, Anwalt, spricht während einer Pressekonferenz.
Christoph Schickhardt, Anwalt, spricht während einer Pressekonferenz.  © Peter Steffen/dpa

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