"Werden mit dem Tode bestraft": Was hat der Bürgermeister verbrochen?

Wer ist der Verfasser des ominösen Schreibens? (Symbolbild)
Wer ist der Verfasser des ominösen Schreibens? (Symbolbild)  © 123RF

Haßfurt - Als der Bürgermeister von Haßfurt einen Brief öffnet und das darin Geschriebene liest, kann er seinen Augen kaum trauen. Der Verfasser hat eine Art Todesurteil zusammengeschrieben.

Wie die Main Post berichtet, war der Brief an Günther Werner, den Bürgermeister der Kreisstadt Haßfurt, vollgepackt mit fremdenfeindlichen Parolen sowie persönlichen Morddrohungen.

"Volksverräter. . . Sie werden mit dem Tode bestraft!", drohte der Verfasser dem Politiker in seinem Schreiben: "Abschaum wie sie sollte man sofort an die Wand stellen oder in eine Gaskammer stecken. . . . Auf unserer Liste stehen sie ganz oben. Wir kriegen dich." Scharfe Worte, die auch für einen leidgeprüften Bürgermeister nicht alltäglich sind.

"Da denkt man an seine Familie", wir Werner von der Zeitung zitiert und führt aus: "Es ist nicht so, dass ich für mich persönlich Angst verspüre. Aber unweigerlich denkt man da an seine Familie. Man kann ja einfach nicht einschätzen, wie ernst man so etwas nehmen muss." Bierernst ist es allerdings der Polizei, da die schriftliche Attacke auf Werner kein Einzelfall ist.

Neben Werner hatten acht Mitglieder des Stadtrates Droh-Schriften erhalten. Auch in Schweinfurt landeten im November 2017 bei 44 Mitgliedern des Stadtrates bereits ähnliche Schreiben im Briefkasten. Um "Aufforderung zur Ausreise" wurde darin nter anderem gebeten.

Doch worauf gründen die Briefe? Der kriminelle Täter beanstandet die Hilfe von Flüchtlingen, scheint politisch dem rechten Flügel anzugehören. Er wirft den Politikern vor, Terroristen und Asylsuchende zu unterstützen, schmeißt mit rechtsradikalen Parolen wie "Judenpack" oder "ausländische Parasiten" geradezu um sich.

Die Krönung des Ganzen: Der Brief an Werner war am Ende mit "National Sozialistischer Untergrund" unterzeichnet. Doch eine ernsthafte Verbindung zum NSU kann dem Bericht nach ausgeschlossen werden.


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