Tödliche Attacke am Hauptbahnhof Frankfurt: Der Verdächtige schweigt!

Frankfurt am Main - Nach der tödlichen Attacke auf einen Jungen am Frankfurter Hauptbahnhof hat der Tatverdächtige zu Hintergründen geschwiegen.

Ein Zettel mit der Aufschrift "Warum ein kleiner 8-jähriger unschuldiger Junge?" wurde am Gleis 7 des Hauptbahnhofs abgelegt.
Ein Zettel mit der Aufschrift "Warum ein kleiner 8-jähriger unschuldiger Junge?" wurde am Gleis 7 des Hauptbahnhofs abgelegt.  © DPA/Arne Dedert

"Er hat nichts zu einem möglichen Motiv gesagt oder dazu, warum er nach Frankfurt gekommen ist", sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft am Mittwoch.

Derweil sind nach Angaben der Polizei 34 Hinweise von Zeugen bei den Ermittlern eingegangen, wie beispielsweise Videomaterial. Die Hinweise müssten nun ausgewertet werden.

Der 40-Jährige, ein dreifacher Familienvater, sitzt seit Dienstag wegen Mordverdachts in Untersuchungshaft. Der aus Eritrea stammende Mann soll am Montag eine ihm unbekannte Frau aus dem Hochtaunuskreis und ihren Sohn vor einen einfahrenden ICE gestoßen haben (TAG24 berichtete).

Die 40-Jährige konnte sich retten, ihr Sohn wurde vom Zug überrollt und getötet. Die Leiche des Jungen muss laut Staatsanwaltschaft obduziert werden. Es wird demnach noch etwas dauern, bis der Leichnam freigegeben wird.

Der Achtjährige und seine Mutter wollten vom Frankfurter Hauptbahnhof aus in den Urlaub fahren.

Der Verdächtige war in psychiatrischer Behandlung

Der Verdächtige wurde am Dienstag einem Haftrichter vorgeführt.
Der Verdächtige wurde am Dienstag einem Haftrichter vorgeführt.  © DPA/Christoph Reichwein

Der mutmaßliche Täter lebte seit 2006 in der Schweiz – und wurde dort seit dem vergangenen Donnerstag von der Polizei gesucht.

In einer Vernehmung hatte er angegeben, vor wenigen Tagen mit dem Zug von Basel nach Frankfurt gefahren zu sein.

Der verheiratete Mann habe seine Nachbarin mit einem Messer bedroht, eingesperrt und sei dann geflohen. Daraufhin sei er in der Schweiz zur Festnahme ausgeschrieben gewesen, hatte Bundespolizeipräsident Dieter Romann am Dienstag in Berlin gesagt.

"Er war auch im Vorfeld mit entsprechenden Delikten bereits in der Schweiz auffällig."

Wie die Kantonspolizei Zürich am Dienstag mitteilte, war der mutmaßliche Täter in diesem Jahr in psychiatrischer Behandlung.

Hasskommentare im Netz gegen Familie des Verdächtigen

Zahlreiche Einsatzkräfte der Feuerwehr waren nach dem Angriff zum Frankfurter Hauptbahnhof geeilt.
Zahlreiche Einsatzkräfte der Feuerwehr waren nach dem Angriff zum Frankfurter Hauptbahnhof geeilt.  © TAG24/Florian Gürtler

Die Familie des 40-Jährigen sieht sich Hetzkommentaren im Netz ausgesetzt.

Medienberichte, wonach die Frau und die drei Kinder ihre Wohnung verlassen haben sollen, um sich in Sicherheit zu bringen, wollte die Schweizer Polizei nicht kommentieren.

"Das ist ein Problem und es ist noch etwas unklar, ob die Kommentare aus Deutschland oder der Schweiz kommen. Wenn die Verfasser in der Schweiz sind, nehmen wir natürlich bei Bedarf Ermittlungen auf", hieß lediglich.

Gegen den Tatverdächtigen wird wegen Mordes und zweifachen Mordversuchs ermittelt. Am Montag soll er in Frankfurt auch versucht haben, eine 78-Jährige ins Gleisbett zu stoßen. Die Frau habe sich aber retten können.

Die Mutter des getöteten Jungen erlitt bei ihrem Sturz Verletzungen und wurde ins Krankenhaus gebracht.

Titelfoto: Montage: DPA/Arne Dedert, DPA/Christoph Reichwein

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