Hausbesuch: So arm lebt der Sachsen-Hitler

Romano Lukas Hitler (65) in seiner Wohnung in Görlitz. Hier lebt er allein und zurückgezogen.
Romano Lukas Hitler (65) in seiner Wohnung in Görlitz. Hier lebt er allein und zurückgezogen.

Von Dominik Brüggemann

Görlitz - Darüber spricht jetzt ganz Sachsen: In Görlitz lebt ein Mann mit einem Namen, vor dem einst die Welt erschauderte: Hitler!

Der Sachsen-Hitler heißt Romano Lukas mit Vornamen - und er behauptet, mit dem echten „Führer“ verwandt zu sein. Doch wie lebt ein Mann, dessen Name ein Stigma ist? MOPO24 hat den Sachsen-Hitler besucht.

„Kommen Sie rein, nehmen sie Platz“, empfängt uns Romano Hitler. Sein Zuhause ist bescheiden: Zwei Zimmer Altbau in der zweiten Etage, vom Fenster aus ist die Grenze zu Polen zu sehen. Laut Personalausweis wurde er in dem Nachbarland 1950 auch geboren.

Hitler ist arm, er bekommt rund 600 Euro Arbeitslosengeld, davon gehen 300 Euro für die Miete ab. Trotzdem: Hitler ist gastfreundlich, serviert Kekse, kocht Kaffee.

Täglich zwei brasilianische Zigarillos - der Luxus des Sachsen-Hitler.
Täglich zwei brasilianische Zigarillos - der Luxus des Sachsen-Hitler.

Es ist ein zurückgezogenes Leben, das Romano Hitler hier führt. „Freunde sind mir nicht wichtig - ich war mein ganzes Leben alleine.“

Auch wegen seines Namens: „Er lastet wie ein Kreuz auf mir, die Menschen sind verängstigt, wenn sie den Namen Hitler hören.“

Trotzdem: An der Wand hängt ein Porträt des „richtigen“ Hitlers, von dem Romano behauptet, er sei sein Großcousin.

Vielleicht auch deswegen geht er lieber über die Grenze zum Essen und zum Einkaufen, spart Geld. Ein kleiner Luxus im ärmlichen Hitler-Leben: Er raucht brasilianische Zigarillos.

„Aber nicht mehr als zwei am Tag, das ist ungesund.“

Und die Gesundheit ist ihm wichtig: „Jeden Abend mache ich Sport - meist zwei Stunden“. Hitler hebt Hanteln, macht Liegestütze.

Tagsüber arbeitet Hitler an seinen Schriften. Sieben Bücher mit Titeln wie „Uhlerborn Kobolde“ oder „Terra blue sex-planet“ hat er bereits verfasst.

Hitlers letzter Wunsch: Eine sichere Rente in Görlitz. „Ich renne von Abenteuer zu Abenteuer. Dabei will ich nur meine Ruhe haben.“

Fotos: Thomas Türpe


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