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Hauskauf: Welche Versicherungen sind sinnvoll?

Der Hauskauf ist für viele eine große Sache. Und es gibt dabei auch jede Menge zu beachten. Besonders wichtig sind Versicherungen, um das neue Eigentum zu schützen.

Deutschland - Für die meisten Bundesbürger ist es eine einmalige Lebensentscheidung, Wohneigentum zu erwerben. Ihn zu schützen wird eine der kommenden Hauptaufgaben eines jeden Neubesitzers sein, stellt doch Immobilienbesitz normalerweise den mit am Abstand größten Anteil eines Privatvermögens dar. Aber sind wirklich alle Policen nötig, die der Versicherungsmarkt rund um den Hauskauf anbietet? 

Beim Hauskauf muss vieles bedacht werden.
Beim Hauskauf muss vieles bedacht werden.

Gegen die Launen der Natur

Ist Wohneigentum erst einmal in Form eines Hauses oder einer Eigentumswohnung erworben, gilt es, ihn fortan besonders vor Naturereignissen zu bewahren, die in schädlicher Weise auf ein Gebäude einwirken können. Daher gehört eine Gebäudeversicherung zu einem absoluten Muss und hat höchste Priorität. Denn Schäden an Dach und Mauerwerk sind eine latente Gefahr angesichts der Tatsache, dass beide Komponenten ganzjährig Wind und Wetter ausgesetzt sind. Wetterkapriolen können zu Dauerregen und damit verbundenen Wasserschäden am Mauerwerk führen, Stürme mit Starkwinden verursachen Schäden am Dach oder an beweglichen Teilen am Haus. Blitze können in die Hauselektrik einschlagen und Schäden anrichten. 

Eine damit verbundene, nicht unerhebliche Belastung des Eigentümers bis hin zu privater Insolvenz würde wie ein Damoklesschwert über den Köpfen von Hausbesitzern drohen, wenn keine Gebäudeversicherung die damit verbundenen Schäden regulieren würde. Daher ist ein Abschluss dieser Versicherung vom Gesetzgeber als obligatorisch vorgeschrieben.

Während Hauseigentümer selbst für den Abschluss sorgen, bezahlen Wohnungseigentümer ihren Anteil an der Police im Verbund mit der Eigentümergemeinschaft oder Gesellschaft, die das Gebäude verwaltet.

Beim Hauskauf geht eine bereits für die Immobilie vorhandene Wohngebäudeversicherung des Vorbesitzers nach dem Grundbucheintrag auf den neuen Eigentümer über. Solange behält der Ex-Eigentümer weiterhin den Status des Versicherungsnehmers und ist der Versicherungsgesellschaft zur Beitragszahlung verpflichtet. Der Käufer kann entweder die bestehende Versicherung übernehmen oder innerhalb eines Monats nach dem Grundbucheintrag die Versicherung kündigen, um sich bei Bedarf bei einem anderen Unternehmen zu versichern.


















Typische
Wohngebäude-Policen decken in der Regel Sturm- und Hagelschäden sowie
Blitzeinschläge ab.
Typische Wohngebäude-Policen decken in der Regel Sturm- und Hagelschäden sowie Blitzeinschläge ab.

Gegen Naturgewalten jedoch ist normalerweise kein Versicherungskraut gewachsen. Solche Policen gibt es zwar, sie müssen aber extra abgeschlossen werden und sind extrem teuer. Dafür schützen sie vor Elementarschäden durch Naturgewalten wie Hochwasser, Erdbeben, Erdsenkung, Erdrutsch, Schneedruck, Lawinen oder Vulkanausbruch, die nicht selten einen Totalverlust des Gebäudes zur Folge haben können. Eine solche Police empfiehlt sich nur für Risiko-Standorte, wie in unmittelbarer Flussnähe oder stärkerer Hanglage. Allerdings ist eine Versicherung dann auch nur schwer und für viel Geld zu bekommen. Bei einer Katastrophe stehen Eigentümer ohne solch eine Versicherung gegen höhere Gewalt oft vor dem existentiellen Ruin.

Der Eigentümer verstirbt – und dann?

Finanzieller Ruin droht auch den Angehörigen eines Eigenheimbesitzers, wenn er zu Lebzeiten nicht vorgesorgt und den Abschluss einer von Experten dringend empfohlenen Risikolebensversicherung versäumt hat. Wer noch lange einen Kredit für das Eigenheim abzahlen muss, sollte sich auch darüber Gedanken machen, was mit dem Haus passiert, wenn der Hauptverdiener erwerbsunfähig wird oder gar stirbt. Eine Risikolebensversicherung garantiert, dass den Hinterbliebenen im Todesfall kein Schuldenberg hinterlassen wird, wie risikolebensversicherung-1a.de informiert. Die Risiko-LV ist vom Prinzip her eine Restschuldversicherung, die sicherstellt, dass Eigentum bei Berufsunfähigkeit oder im Todesfall des Besitzers mit einem Mal abgezahlt ist.

Risikolebensversicherungen decken klassischerweise das Todesfallrisiko ab, optional können mit Hilfe von Zusatzbausteinen begrenzt auch Risiken von Arbeitslosigkeit oder Berufsunfähigkeit mitabgesichert werden. Üblicherweise bleibt über eine feste Vertragslaufzeit hinweg die Versicherungssumme gleich, im eigenen Todesfall sind Familie, Kinder oder sonstige Hinterbliebenen finanziell abgesichert, sodass im Ernstfall die Schuldenfalle umgangen wird. Geleistete Beiträge werden vom Gesetzgeber als Vorsorgeaufwendung bei der jährlichen Einkommenssteuererklärung steuerlich angerechnet.

Die Höhe von Versicherungssumme und Beiträgen errechnet sich nach:

  • Alter und Gesundheit des Versicherten,
  • Laufzeit,
  • Höhe der Versicherungssumme.

Gesundheitsprüfungen sind zum Abschluss einer Risiko-LV vom Gesetzgeber zwingend vorgeschrieben, dafür werden gesundheitliche Risiken im Vorfeld analysiert und in die Beitragskalkulation miteingerechnet.


















Um einen Einkommensausfall zu kompensieren springen
Berufsunfähigkeits-Policen im Versicherungsfall ein und schließen die Lücke.
Um einen Einkommensausfall zu kompensieren springen Berufsunfähigkeits-Policen im Versicherungsfall ein und schließen die Lücke.

Was tun bei Erwerbsausfall?

Experten von Verbraucherportalen raten zum Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung, die Schutz vor den finanziellen Gefahren einer Berufsunfähigkeit bietet. Fällt der monatliche Verdienst aus und muss Arbeitslosengeld I beantragt werden, erhält der Betreffende lediglich noch 66 Prozent seines durchschnittlich letzten Nettoeinkommens. Da fällt es oftmals schwer, die üblichen Raten für das Haus weiter zu tragen und dennoch über die Runden zu kommen. Statistisch gesehen muss jeder fünfte Erwerbstätige in Deutschland seinen Beruf vor Erreichen des Rentenalters aufgeben, über zehn Prozent trifft es vor dem 40. Lebensjahr.

Erhebungen des Hamburger Instituts für Finanzdienstleistungen (IFF) zufolge stellt eine schwere Krankheit immer häufiger die Ursache dafür dar, dass Betroffene ihren finanziellen Verpflichtungen nicht mehr nachkommen können und in die Schuldenfalle tappen. Mit durchschnittlich 750 Euro ist selbst der Höchstsatz der gesetzlichen Erwerbsminderungsrente nicht ausreichend, um die Raten für die Haus-Hypothek weiter zahlen zu können.

Am besten schließen Personen, die später eventuell einen Hauskauf planen, schon in jungen Jahren einen Vertrag ab. Denn je jünger der Versicherte, umso günstiger die monatlichen Beitrags-Aufwendungen – und umso höher die Wahrscheinlichkeit, eine Police überhaupt zu erhalten, wenn die Gesundheit im jüngeren Alter noch nicht beeinträchtigt ist. Viele Menschen, die den Schutz dringend nötig hätten, sind zu krank, um einen Vertrag zu erhalten. So haben Antragsteller, die bereits in jungen Jahren psychische Probleme hatten, meist gar keine Chance mehr, überhaupt einen Versicherungsschutz zu erhalten.


















Eine separate Glasversicherung ist recht teuer und zahlt sich
nur bei großen Fensterflächen wie bei einem Wintergarten aus.
Eine separate Glasversicherung ist recht teuer und zahlt sich nur bei großen Fensterflächen wie bei einem Wintergarten aus.

Was kann, aber nicht muss

Der Abschluss einer Hausratversicherung ist laut Expertenmeinung nur dann sinnvoll, wenn der Eigenheimbesitzer auf seinem Haus und Grund überdurchschnittlich wertvolle Güter hortet und ihr Verlust für den Besitzer finanziell ruinös wäre. Wer es sich leisten kann, seine Einrichtung nach einem Schaden zu ersetzen, sollte von einer solchen Police eher Abstand nehmen. 

Gleiches gilt auch für Glas- und Reparaturversicherungen, die sich nur dann rentieren, wenn hochwertige, teure Glasflächen im Haus eingebaut sind, beispielweise Glaskeramikkochfelder oder bei einem Wintergarten. Fenster und Glastüren sind bereits in der Wohngebäudeversicherung enthalten, allerdings kann eine eigenständige Glasversicherung zusätzliche Vorteile bieten, da sie auch für andere Schadensfälle eintritt als für solche, die durch Sturm, Hagel, Feuer und Leitungswasser entstanden sind. Ansonsten lassen sich auch kontinuierlich pro Monat ein paar Euro für den Fall der Fälle auf die Seite legen.

Szenarien im Zusammenhang mit Immobilienbesitz, in denen der Abschluss einer Privat-Haftpflichtversicherung sinnvoll sein könnte gibt es genügend: Ein Besucher rutscht in der eigenen Wohnung aus und bricht sich ein Bein, ein herabfallender Dachziegel beschädigt ein parkendes Auto, ein Passant rutscht bei Glatteis vor dem eigenen Haus aus. Eigentümer ausschließlich privat genutzter Immobilien müssen jedoch keine separate Haftpflichtversicherung abschließen. Für sie genügt es normalerweise, wenn sie über eine gewöhnliche Privathaftpflichtversicherung verfügen, welche die Haftungsrisiken rund ums Haus abdeckt.

Fotos: : pixabay©wolfields (CC0 1.0), pixabay©fliiengaard0 (CC0 1.0), pixabay©succo (CC0 1.0), pixabay©KCDM (CCO 1.0)

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