9000 Tonnen Gefahrgut an Bord: Tanker läuft in der Elbe auf Grund

Cuxhaven - Der mit 9000 Tonnen Gefahrgut beladener Tanker "Oriental Nadeshiko" ist in der Nacht zum Montag in der Elbe vor Cuxhaven auf Grund gelaufen.

Das Tankschiff "Oriental Nadeshiko" (rechts) ist in der Elbe vor Cuxhaven auf Grund gelaufen.
Das Tankschiff "Oriental Nadeshiko" (rechts) ist in der Elbe vor Cuxhaven auf Grund gelaufen.  © Tnn/TeleNewsNetwork/dpa

Bisher seien allerdings keine Schäden an dem 124 Meter langen und 20 Meter breiten Schiff festgestellt worden, sagte ein Sprecher des Havariekommandos am frühen Montagmorgen.

Auch verletzt wurde niemand. Die unter der Flagge Panamas fahrende "Oriental Nadeshiko" war auf dem Weg von Bützfleth bei Stade nach Tarragona in Spanien, als sie gegen 1 Uhr plötzlich in der Elbmündung stecken blieb.

Zwei Schlepper und das Mehrzweckschiff "Neuwerk" sind vor Ort.

Bei der Ladung handelt es sich um Gefahrgut der Klasse 3, das sind entzündbare flüssige Stoffe.

Davon sind 7500 Tonnen Ethylendichlorid, 1250 Tonnen 1,2-Propylenglykol und 250 Tonnen 1-Methoxy-2-Propanol.

Die Bergungsmannschaft des Havariekommandos will mit einem Schleppversuch bis zum Mittagshochwasser gegen 13 Uhr warten.

Update, 13.05 Uhr: Weitere Schlepper kommen

Die "Neuwerk" ist unterstützt durch zwei Schlepper im Einsatz vor Cuxhaven.
Die "Neuwerk" ist unterstützt durch zwei Schlepper im Einsatz vor Cuxhaven.  © dpa/Ingo Wagner

Fachleute sollten schauen, wie das Schiff am besten zu befreien ist. Dabei gehe es etwa um die Frage, ob möglicherweise Ballastwasser abgepumpt werden muss.

Weitere Schlepper und ein Peilschiff zur genauen Lagebestimmung wurden zur Unterstützung der "Neuwerk" in das Einsatzgebiet rund zehn Kilometer östlich von Cuxhaven beordert.

Allein vier Schlepper sollten den Havaristen zunächst sichern.

An Bord der "Oriental Nadeshiko" befanden sich 22 Besatzungsmitglieder und ein Lotse.

"Die Unfallursache ist noch nicht bekannt und kann erst nach der Bergung ermittelt werden", sagte der Sprecher.

Der Schiffsverkehr auf der Elbe in und aus Richtung Hamburger Hafen ist nicht beeinträchtigt.

Ein Ölüberwachungsflugzeug stellte bei dem Havaristen nach Angaben des Sprechers keinen Austritt von Schadstoffen fest.

Seit Anfang Januar kümmert sich das Havariekommando schon um die "MSC Zoe": Das große Containerschiff hatte in der Nacht zum 2. Januar auf dem Weg nach Bremerhaven bei stürmischer See 291 Container verloren, darunter auch zwei mit Gefahrenstoffen (TAG24 berichtete).

Update, 13.56 Uhr: Tanker freigeschleppt

Mit der Hilfe von mehreren Schleppern wurde die seit dem frühen Montagmorgen rund zehn Kilometer östlich von Cuxhaven festsitzende "Oriental Nadeshiko" frei geschleppt, wie ein Sprecher des Havariekommandos mitteilte.

Wie geplant hatten die Experten das Mittagshochwasser abgewartet. Zunächst seien keine Schäden an dem 124 Meter langen Schiff festgestellt worden, sagte der Sprecher.

Die Unfallursache sei noch nicht bekannt. Der Tanker solle nun nach Cuxhaven gebracht werden, hieß es am Mittag.

Titelfoto: Tnn/TeleNewsNetwork/dpa


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