Vulkan lässt Edelsteine regnen: Werden die Bewohner jetzt reich?

Hawaii - Seit fünf Wochen hält der Vulkan Kilauea das Urlaubsparadies Hawaii in Atem. Zahlreiche Häuser wurden durch Lava-Ströme zerstört. Noch immer erschüttern Eruptionen die Insel - mit einem ungewöhnlichen Nebeneffekt.

Seit Anfang Mai speit der Kilauea Lava aus dem Krater und aus Erdspalten. Mittlerweile strömt sie in den Pazifik.
Seit Anfang Mai speit der Kilauea Lava aus dem Krater und aus Erdspalten. Mittlerweile strömt sie in den Pazifik.  © Uncredited/U.S. Geological Survey/AP/dpa

Denn Hawaiis Big Island wird von Edelsteinen überschwemmt. Winzige grüne Mineralien, die als Olivin bekannt sind, gelangen durch die Lava und Asche aus dem Boden an die Oberfläche. Teilweise sollen sie sogar einfach vom Himmel fallen.

Zahlreiche Bewohner teilten auf Twitter Bilder der Edelsteine, die sie an Straßen und Stränden sammelten. Wie die "Daily Mail" schreibt, werde Olivin in seiner besonders reinen Form, dem Peridot, häufig in Schmuck verwendet und könne bis zu 459 Dollar pro Karat wert sein.

Werden die Inselbewohner nun also reich? Davon ist eher nicht auszugehen. Denn Olivin zählt zu den am häufigsten vorkommenden Mineralien und ist daher nur bedingt wertvoll. Auf Hawaii kommt Olivin sehr oft in Lavaproben und in Gesteinen vor.

Normalerweise ist das Mineral von einer Gesteinsschicht umhüllt. Diese schmilzt oder zerspringt jedoch angesichts der Hitze und des herrschenden Drucks rund um den Vulkan, sodass das Olivin in glasklarer Form zu finden ist.

Einige Bewohner werten den Edelstein-Regen als Entschuldigung des Vulkans. Zwar forderte er bisher offiziell keine Todesopfer, die Zerstörung auf der Insel ist jedoch enorm. Rund 600 Häuser wurden seit Beginn des Ausbruchs am 3. Mai verschluckt.

Mittlerweile bahnt sich die Lava ihren Weg in den Pazifik - mit nicht minder fatalen Folgen. Denn wenn sich Lava mit Wasser vermischt, verändert sie den Säuregehalt im Wasser. Das wiederum kann eine schädliche Wirkung auf Meereslebewesen haben.

So sieht ein Peridot aus, wenn er zu Schmuck verarbeitet wurde.
So sieht ein Peridot aus, wenn er zu Schmuck verarbeitet wurde.  © 123RF

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