HCL-Rettung auf Stadtkosten? Die CDU sagt nein!

Am Mittwoch entscheidet der Leipziger Stadtrat über eine Finanzspritze für den HCL.
Am Mittwoch entscheidet der Leipziger Stadtrat über eine Finanzspritze für den HCL.  © Ralf Seegers, DPA

Leipzig - Die Schulden des HC Leipzig sind erdrückend, die Zukunft offener denn je: Am Mittwoch entscheidet der Stadtrat über eine Finanzspritze für den klammen Bundesligisten. Die CDU-Fraktion will da aber nicht mitmachen und grätscht dazwischen.

Konkret geht es um eine Summe von 300.000 Euro, die die Stadt dem HCL zur Verfügung stellt - sofern der Stadtrat zustimmt (TAG24 berichtete). Davon sollen 100.000 Euro in Form eines Darlehens gewährt werden, das der Klub bis Jahresende zurückzahlen muss.

Von diesem Plan hält die CDU allerdings nicht viel. Statt das Geld in den HCL zu pumpen, wollen die Christdemokraten lieber allen Leipziger Sportlern zusätzliche Mittel zur Verfügung stellen.

Deshalb haben sie einen Änderungsantrag eingereicht, der eine Erhöhung der Sportförderung in diesem Jahr um 200.000 Euro vorsieht. "Die Summe soll im Rahmen der bestehenden Sportförderrichtlinie für Investitionen von Sportvereinen zur Verfügung gestellt werden", heißt es.

Den Grund für ihren Änderungsantrag liefert die CDU gleich mit: "Die Bedienung von Gläubigern einer offensichtlich durch jahrelange Misswirtschaft in Schieflage geratenen GmbH gehört aus Sicht der CDU-Fraktion nicht zu den Aufgaben der Stadt Leipzig."

Das Pikante an der Sache: Den eigentlichen Antrag zur Rettung des HCL trägt auch ein Mitglied der CDU-Fraktion mit: Stadtrat und Bundestagskandidat Jens Lehmann (49). Er unterstützt die Idee der städtischen Finanzspritze für den HCL zusammen mit Stadträten von SPD, den Grünen und der Linken.

Am Mittwoch wird sich herausstellen, ob Lehmann für die Rettung des Handball-Bundesligisten das Wort gegen seine eigene Fraktion ergreift.


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0