Heftige Kritik: Sachsen steckt zu viel Geld in Werbung!

Dresden - Der Freistaat gibt jährlich Millionen für Werbung aus. Allein die umstrittene Standortkampagne "So geht Sächsisch" schlug zuletzt mit 14 Millionen Euro zu Buche. Jetzt soll ihr Budget wieder erhöht werden. Das Geld wäre anderswo besser aufgehoben, kritisiert die Linke.

"So geht Sächsisch"-Aktion in Hamburg: Seit ihrem Start ist die Standortkampagne für den Freistaat heftig umstritten.
"So geht Sächsisch"-Aktion in Hamburg: Seit ihrem Start ist die Standortkampagne für den Freistaat heftig umstritten.  © dpa/Christian Charisius

Allein 2016/17 gab die Staatsregierung 17,3 Millionen Euro für Werbung aus. Die Standortkampagne "So geht Sächsisch" schlug mit knapp 14 Millionen Euro zu Buche, so Staatskanzlei-Chef Oliver Schenk (49, CDU) auf Anfrage von André Schollbach (39, Linke).

"Vor allem im sozialen und kulturellen Bereich fehlen vielfach erforderliche Finanzmittel. Dagegen werden die Steuergelder für Werbekampagnen und die Selbstbeweihräucherung der CDU mit vollen Händen ausgegeben", kritisiert Schollbach.

Die Kampagne läuft seit 2013 - und stand immer unter Beschuss. Auch beim Koalitionspartner SPD war sie unbeliebt. So mancher erklärte sie 2015 für tot, als Sachsen mit fremdenfeindlichen Ereignissen für Schlagzeilen sorgte.

2017/18 wurde ihr Budget von acht auf vier Millionen Euro jährlich geschrumpft. Künftig sollen es wieder fünf Millionen Euro sein. Etwa für Werbung in Zusammenhang mit der Bewerbung von Dresden, Chemnitz und Zittau als Kulturhauptstadt Europas.

"Auch 2019 wird es eine Vielzahl Social-Media-Aktivitäten und Zusammenarbeit mit Influencern geben", so Vize-Regierungssprecherin Lea Mock (53).

SPD-Fraktions-Chef Dirk Panter (44): "Generell sind wir der Meinung, dass der Freistaat Werbung braucht, mehr denn je. Ob jedoch "So geht Sächsisch" die richtige Marke dafür ist?"

Dem Vernehmen nach aber hat die Staatskanzlei eine Evaluation der Marke in Auftrag gegeben.

Auch auf Straßenbahnen in Frankfurt am Main wurde schon für Sachsen geworben.
Auch auf Straßenbahnen in Frankfurt am Main wurde schon für Sachsen geworben.  © obs/Sächsische Staatskanzlei/Bernward Bertram
Staatskanzlei-Chef Oliver Schenk (49, CDU).
Staatskanzlei-Chef Oliver Schenk (49, CDU).  © Thomas Türpe
André Schollbach (39, Linke).
André Schollbach (39, Linke).  © dpa/Oliver Killig

Titelfoto: dpa/Christian Charisius


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0