Heftiger Sturm in Köln: Karnevalswagen von Baum zermalmt, Gerüst fällt auf Bierwagen!

Düsseldorf/Köln/NRW - Heftige Sturmböen sorgen am Sonntag in NRW für etliche Feuerwehreinsätze. Der starke Sturm wirbelt auch den Straßenkarneval in Köln und Düsseldorf mächtig durcheinander.

Ein Container wurde durch den Sturm von einem Schiff in den Rhein geweht.
Ein Container wurde durch den Sturm von einem Schiff in den Rhein geweht.  © Patrick Schüller

In Köln musste der beliebte Schull- un Veedelszöch am Sonntagvormittag kurzfristig abgesagt werden.

"Aufgrund der Wetterlage sind die Schull- und Veedelszöch aus Sicherheitsgründen abgesagt worden", hatte die Stadt Köln die Absage begründet.

Rund 8000 Teilnehmer sind bei dem zweitgrößten Kölner Karnevalsumzug beteiligt.

Zunächst sollte der Umzug früher und verkürzt stattfinden, dann folgte kurzfristig die Absage.

Es sei einfach zu gefährlich gewesen, sagte Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) in einer kurzfristig angesetzten Pressekonferenz. "Ich finde, das ist sehr, sehr traurig für alle Kinder, die sich darum das ganze Jahr gekümmert haben."

49 Schülergruppen hätten in dem Zug mitlaufen sollen. 200 ausgewählte Teilnehmer dürfen nun im Kölner Rosenmontagszug mitlaufen.

Dieser ist nach Angaben von Zugleiter Holger Kirsch nicht gefährdet.

In Düsseldorf musste das Kö-Treiben auf der Düsseldorfer Königsallee abgesagt werden. Viele Jecken waren enttäuscht, zeigten aber Verständnis für die Entscheidung.

Laut dem Deutschen Wetterdienst sind für Sonntag in ganz NRW Sturmböen bis Windstärke 9 zu erwarten. Kräftiger Regen sollen ebenfalls niederschlagen.

Die großen Rosenmontagszüge in Köln und Düsseldorf sind nach den Prognosen der Meteorologen hingegen nicht gefährdet, hieß es am Sonntag.

Update, 14.42 Uhr: Baugerüst kracht auf Kölner Schildergasse in Bierwagen

Der Baum krachte auf den unbesetzten Karnevalswagen und zerstörte ihn.
Der Baum krachte auf den unbesetzten Karnevalswagen und zerstörte ihn.  © Feuerwehr Köln/Facebook

Bis zum Sonntagnachmittag musste die Kölner Feuerwehr bereits 30 Mal ausrücken. Einige Sturmschäden gingen sehr glimpflich aus.

Im Kölner Rhein konnten Kameraden beispielsweise einen gekenterten Wassersportler retten. Er war gegen 10.40 Uhr in Köln-Rodenkirchen gekentert. Der Mann konnte unterkühlt aus dem kalten Wasser gezogen werden. Das treibende Ruderboot wurde durch ein Rettungsboot gesichert und an Land gebracht, teilte die Feuerwehr mit.

Auf der Kölner Schildergasse am Uniqlo-Laden stürzte ein 20 Meter langes und gut 8 Meter hohes Baugerüst auf einen Ausschankwagen. Menschen kamen zum Glück nicht zu Schaden.

Im Bereich Stammheimer Ring stürzte ein großer Baum auf einen vorbeifahrenden Karnevalswagen. Der war zu diesem Zeitpunkt glücklicherweise nicht von Karnevalisten besetzt. Der Wagen sollte eigentlich am Karnevalsumzug in Stammheim teilnehmen. Das Zugfahrzeug wurde nicht getroffen, der Fahrer blieb unverletzt.

Auf dem Zülpicher Platz und am Kölner Neumarkt wurden vom Sturm Zaunelemente gelöst und fegten über die Straßen. Sie konnten durch die Feuerwehr gesichert werden.

Weitere Einsatzschwerpunkte sind abgebrochene Äste, lose Zelte und sich verselbstständigende Dixies.

Die amtliche Warnung des Deutschen Wetterdienstes gilt bis auf weiteres bis 18 Uhr am Sonntagabend.

Die Warnung der Kölner Feuerwehr: "Liebe Kölnerinnen, Kölner und Gäste: passt auf dem Heimweg besonders auf. Insbesondere lose Dachteile und- ziegel stellen derzeit eine Gefahr dar."

Update, 13.15 Uhr: Spielabsage für Arminia Bielefeld gegen Hannover 96 drohte

Dem Zweitliga-Spiel zwischen Tabellenführer Arminia Bielefeld und Hannover 96 drohte die Absage.

Schiedsrichter Robert Hartmann aus Wangen verschob am Sonntag den Anpfiff der Partie aufgrund der durch starken Regen verursachten schlechten Platzverhältnisse um eine halbe Stunde auf 14.00 Uhr.

Gegen 13.30 Uhr wurde der Anpfiff um 14 Uhr bestätigt. Das Spiel zwischen Arminia Bielefeld gegen Hannover 96 kann stattfinden.

Sturm sorgt für Schäden in NRW

In Düsseldorf wurde ein Kran durch den Wind beschädigt.
In Düsseldorf wurde ein Kran durch den Wind beschädigt.  © Patrick Schüller

In Düsseldorf wurde Feuerwehr zu einem Sturmschaden am Rheinkilometer 753/54 gerufen.

Dort sollen ersten Informationen zwei Container von einem Schiff in den Rhein gefallen sein. Sie wurden offenbar durch den starken Wind ins Wasser geweht.

Die Feuerwehr war unter anderem mit einem Schiff vor Ort.

Feuerwehrleute hätten die leeren Großbehälter am Sonntag an Land gebracht und gesichert, teilte ein Sprecher der Wasserschutzpolizei in Duisburg mit.

Es bestehe keine Gefahr mehr.

Laut Polizei wird noch ermittelt, ob der Sturm Grund für die schwimmenden Container war.

Bei einem weiteren Einsatz mussten die Feuerwehr und Polizei mit einem Großaufgebot an die Toulouser Allee ausrücken.

Hier wurde ein Baukran und eine Hausfassade durch den Wind beschädigt. Die Polizei sperrte den Bereich um den beschädigten Kran ab.

Insgesamt drei Kräne hätten sich am Sonntagvormittag durch starken Wind gedreht und miteinander verhakt, teilte ein Sprecher der Polizei mit.

An einem der Kräne war eine Metallkette befestigt. Diese beschädigte durch die Drehung eine Hausfassade. Verletzt wurde dabei niemand.

Düsseldorf: Ein Rettungsfahrzeug steht mit Blaulicht auf der Kö. Das närrische Kö-Treiben in Düsseldorf wurde wegen stürmischem Wetter abgesagt
Düsseldorf: Ein Rettungsfahrzeug steht mit Blaulicht auf der Kö. Das närrische Kö-Treiben in Düsseldorf wurde wegen stürmischem Wetter abgesagt  © Fabian Strauch/dpa

Titelfoto: Feuerwehr Köln/Facebook

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