Heftiges Feuer zerstört Seniorenwohnheim: Elf Verletzte, darunter auch Feuerwehrleute

Lüneburg - Ein Brand hat am Freitagnachmittag in einem Seniorenwohnheim in der Lüneburger Innenstadt gewütet und das komplette Gebäude unbewohnbar gemacht.

Der Einsatz war aufgrund der engen Straßen in der historischen Altstadt von Lüneburg besonders heikel.
Der Einsatz war aufgrund der engen Straßen in der historischen Altstadt von Lüneburg besonders heikel.  © JOTO

Wie Feuerwehrsprecher Daniel Roemer TAG24 auf Nachfrage noch vor Ort bestätigen konnte, wurden bei dem Feuer in dem historischen Altbau elf Personen leicht verletzt.

Die Einsatzkräfte wurden demnach gegen 15.30 Uhr zu einem Zimmerbrand in dem dreigeschossigen Wohngebäude, das in den engen Gassen der Lüneburger Altstadt in der Heiligengeiststraße liegt, gerufen.

Das Feuer hatte sich dem Sprecher zufolge sehr schnell in dem Gebäude ausgebreitet und auf den großen Dachstuhl übergegriffen, der bei dem komplett nieder brannte.

Sieben Senioren und wohl auch zwei Mitarbeiter der Einrichtung mussten von den Feuerwehrleuten aus dem Gebäude gerettet werden – teils über tragbare Leitern.

Die Rettungsaktion sei deshalb kein einfaches Unterfangen gewesen, weil viele Senioren nicht mehr wirklich mobil oder gelenkig sind und in der Notsituation mal eben eine Leiter herunterklettern könnten, erklärte Feuerwehrsprecher Roemer.

Um ins Freie zu gelangen, hätten die Senioren selbst im ersten Geschoss des Gebäudes noch 6 Meter Steighöhe mehr oder weniger eigenständig über die Leitern herunterklettern müssen. Zwei der Senioren mussten nach der Evakuierung mit Rauchgasvergiftungen ins Krankenhaus gebracht werden.

Die Rettungsaktion und die Löscharbeiten an dem großen Altbau brachten sogar zwei Einsatzkräfte der Feuerwehr in Gefahr.
Die Rettungsaktion und die Löscharbeiten an dem großen Altbau brachten sogar zwei Einsatzkräfte der Feuerwehr in Gefahr.  © JOTO

Außerdem kamen bei dem komplizierten Einsatz auch zwei Einsatzkräfte der Feuerwehr zu Schaden.

Einer von beiden wurde durch herunterstürzende Dachziegel leicht verletzt, der andere erlitt bei der Brandbekämpfung leichte Verletzungen und Schnittwunden.

Die Flammen vernichteten den Dachstuhl des Hauses komplett. Aufgrund der Löscharbeiten sei Roemer zufolge in den tiefer liegenden Etagen ein extremer Wasserschaden entstanden. "Noch im Erdgeschoss tropft Wasser aus den Zimmerdecken", beschreibt der Sprecher den Zustand des Seniorenheims.

Besonders heikel war der Einsatz aber nicht nur wegen der betagten Bewohner des Seniorenwohnheims, sondern auch aufgrund des hohen Alters des Hauses.

Die verwinkelte Lage des historischen Gebäudes in der Altstadt in Lüneburg erschwerte die Lage noch zusätzlich. Ein Übergreifen des Brandes auf eine angrenzende Schule konnte allerdings verhindert werden.

Die genaue Brandursache ist bisher unklar. Das Feuer brach aber allem Anschein nach in einem Zimmer des Wohnheims aus und breitete sich dann rasend schnell auf den Dachstuhl des Gebäudes aus. Inzwischen ist das Feuer den Angaben des Sprechers zufolge aber so gut wie gelöscht, die Feuerwehr wird aber wohl noch bis in die Abendstunden mit Nachlöscharbeiten beschäftigt sein.

Der Feuerwehrsprecher schätzt die gesamte Schadenshöhe an dem historischen Altbau auf einen Millionenbetrag, wenn die Wasserschäden mit einkalkuliert würden. Das Gebäude sei vorerst unbewohnbar, hieß es außerdem vonseiten der Feuerwehr.

Update, 21.50 Uhr

Wie die Polizei mitteilt, wurde das Gebäude durch den verheerenden Brand unbewohnbar, sodass die Hansestadt Lüneburg die in letzter Minute geretteten Bewohner im "Wohnpark An der Saline" unterbringen musste.

Die Ermittlungen zur Brandursache dauern an, wobei die Ermittler aktuell mit hoher Wahrscheinlichkeit von fahrlässiger Brandstiftung aufgrund einer angeschalteten Herdplatte ausgehen. Weiteren Detailermittlungen folgen.

Den Sachschaden beziffern Polizei und Feuerwehr aktuell mit mehr als eine Million Euro.

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