13. Februar in Dresden: So wurde der Bombardierung vor 75 Jahren gedacht

Dresden - Dresden hat am 13. Februar zum 75. Mal der Bombardierung Dresdens gedacht. Folgende Veranstaltungen fanden statt.

Hoher Besuch: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (64, SPD) nimmt an der Gedenkveranstaltung und der Menschenkette teil.
Hoher Besuch: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (64, SPD) nimmt an der Gedenkveranstaltung und der Menschenkette teil.  © imago images/Reichwein
  • 10 Uhr: Gedenken auf dem Neuen Katholischen Friedhof, dem Urnenhain Tolkewitz und auf dem Heidefriedhof. Auf dem Urnenhain wird den Euthanasieopfern der Tötungsanstalt Pirna-Sonnenstein gedacht.
  • 11 Uhr: Gedenken auf dem Alten Annenfriedhof (unter anderem mit Ministerpräsident Michael Kretschmer [44, CDU]). Gleichzeitig stehen an der Gedenkstätte ehemaliger Äußerer Matthäusfriedhof die 700 bestatteten Kriegstoten beider Weltkriege im Mittelpunkt. Am "Trierschen Haus" in der Sporergasse 10 wird der deportierten und umgekommenen Dresdner Juden gedacht. Dort war eines der sogenannten "Judenhäuser", in denen die Entrechteten bis zu ihrer Vernichtung zusammengepfercht waren.
  • 14.45 Uhr: In der Feierhalle des Johannisfriedhofes wird der Opfer des Angriffs gedacht.
  • 15 bis 22 Uhr: "Stilles Gedenken" vor der Frauenkirche.
Kränze auf dem Heidefriedhof.
Kränze auf dem Heidefriedhof.  © Eric Hofmann
  • 15.15 Uhr: Offizielle Gedenkveranstaltung der Stadt Dresden im Kulturpalast mit Bundespräsident Steinmeier, Ministerpräsident Kretschmer und OB Hilbert (nur geladene Gäste).
  • 17 Uhr: Beginn der Bildung der Menschenkette, auch der Bundespräsident und der Oberbürgermeister reihen sich ein.
  • 18 Uhr: Schließung der Menschenkette.
  • 18.30 Uhr: Beginn Gang über den "Dresdner Gedenkweg" - vom Innenhof der Synagoge bis zur Kreuzkirche (20 Uhr).
  • 19 Uhr: Podiumsdiskussion im Albertinum, Thema: War der 13. Februar "Nur ein Wimpernschlag in der Geschichte"?
  • 20.30 Uhr: Ökumenischer Gottesdienst in der Hofkirche.
  • 22 Uhr: "Nacht der Stille" in der Frauenkirche.

Weitere Informationen unter: 13februar.dresden.de

TAG24 berichtete über das Geschehen in der Stadt im Ticker.

Update 22.25 Uhr: "Nacht der Stille" in der Frauenkirche hat begonnen

In der Dresdner Frauenkirche hat mittlerweile die "Nacht der Stille" begonnen. Dort ertönt Musik im Wechsel mit Stille. Zudem werden Fürbittgebete gesprochen.

Update 21.48 Uhr: Glockenläuten in Dresden seit 21.45 Uhr

Seit 21.45 Uhr läuten die Kirchenglocken in der gesamten Stadt. Das Glockenläuten erinnert an den Zeitpunkt der Bombardierung am 13. Februar 19.45 Uhr als Sirenen in der Stadt heulten und vor den Luftangriffen warnten, ehe vor 75 Jahren kurz nach 22 Uhr die ersten Bomben abgeworfen wurden.

In der Nähe des Altmarkts, wo die AfD-Gedenkveranstaltung stattfindet, wurde gegen 21.45 Uhr ein kleines Feuerwerk gezündet.

Updare 21.18 Uhr: Woher kamen die Feuerwerksgeräusche zum Zeitpunkt der Menschenkette?

Zum Zeitpunkt der Menschenkette waren in der Dresdner Innenstadt Feuerwerksgeräusche zu hören. Wie die Deutsche Presse Agentur berichtet, versuchten Störer, das Gedenken in der Menschenkette mit Feuerwerk und Sprechchören zu behindern. Nach Angaben eines dpa-Reporters handelte es sich dabei um linke Störer.

Update 21.13 Uhr: Kerzen auf dem Dresdner Altmarkt bilden ein Kreuz

Auf dem Altmarkt haben sich Dresdner zur AfD-Gedenkveranstaltung eingefunden. Angezündete Kerzen in der Mitte des Platzes bilden ein Kreuz.

Kerzen auf dem Altmarkt wurden in Kreuzform angezündet.
Kerzen auf dem Altmarkt wurden in Kreuzform angezündet.  © Holm Helis

Update 20.22 Uhr: Polizei auf Wilsdruffer Straße gefordert

Polizei-Einsatz auf der Wilsdruffer Straße. Hier mussten zwei verschiedene Lager voneinander getrennt werden. Wie die Polizei Sachsen per Twitter mitteilt, kann es sein, dass Pressevertreter hier abgedrängt wurden.

Pegida-"Spaziergang" auf der Wilsdruffer Straße.
Pegida-"Spaziergang" auf der Wilsdruffer Straße.  © Holm Helis

Update 19.43 Uhr: "Spaziergang" von Pegida-Mitbegründer Rene Jahn führt durch die Altmarkt-Galerie

Pegida-Mitbegründer Rene Jahn hat am 13. Februar zum "Spaziergang" geladen. Er wurde von der Polizei durch die Altmarkt-Galerie geleitet.

Update 19.35 Uhr: Mitteilung der Polizei zu Versammlungen im Stadtzentrum

Wie die Polizei mitteilt, kam es bei der Menschenkette und anderen Versammlungen zu keinerlei Störung. Am Nachmittag wurden jedoch die Personalien einer Frau und von zwei jungen Männern im Bereich der Kleinen Kirchgasse festgestellt. Dabei soll es jedoch um ein Ermittlungsverfahren wegen eines Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz im August des vergangenen Jahres gegangen sein.

Polizisten am Nachmittag auf dem Altmarkt in Dresden
Polizisten am Nachmittag auf dem Altmarkt in Dresden  © ronaldbonss.com/ Ronald Bonss

Update 19.27 Uhr: Stilles Gedenken auf dem Neumarkt

Auf dem Neumarkt haben Dresdner Kerzen zum Gedenken an den Bombenangriff und die Opfer angezündet.

Dresdner zünden auf dem Neumarkt Kerzen an. Im Hintergrund die Frauenkirche.
Dresdner zünden auf dem Neumarkt Kerzen an. Im Hintergrund die Frauenkirche.  © ronaldbonss.com/ Ronald Bonss

Update 18.10 Uhr: Tausende Bürger bilden Menschenkette in Dresden

Mit einer Menschenkette ist der Bombardierung Dresdens vor 75 Jahren gedacht worden. Trotz Regens reichten sich um 18 Uhr viele Menschen die Hand, um auf beiden Seiten der Elbe einen Ring um die Innenstadt zu bilden.

Neben Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier reihten sich auch der Herzog von Kent, Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer (CDU) und Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) ein. Die Kette, die sich jedes Jahr firmiert, will ein Zeichen setzen für Versöhnung und gegen den Missbrauch des historischen Datums durch Rechte.

"Wir gedenken heute aller Opfer von Völkermord, Krieg und Gewalt, und wir gedenken gemeinsam mit den Kriegsgegnern von einst", sagte Steinmeier, eine weiße Rose am Revers, vor der Frauenkirche. Das vom Sohn eines britischen Bomberpiloten geschaffene Kuppelkreuz der Frauenkirche sei ein Zeichen für Frieden und Verständigung, das weit über Dresden hinausrage. "Die vielen Kerzen heute in der Stadt, das sind Lichter der Hoffnung."

Bürger bilden am Abend vor der historischen Altstadtkulisse eine Menschenkette.
Bürger bilden am Abend vor der historischen Altstadtkulisse eine Menschenkette.  © Holm Helis

Update 17.30 Uhr: Tausende reihen sich in Menschenkette ein

Auf dem Dresdner Neumarkt beginnt der Auftakt zur Menschenkette. Ab 18 Uhr werden sich Tausende in eine kilometerlange Menschenkette auf beiden Seiten der Elbe einreihen. In diesem Jahr reihen sich unter anderen Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und der Herzog von Kent ein.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier kommt zu einer Gedenkveranstaltung auf den Neumarkt vor der Frauenkirche.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier kommt zu einer Gedenkveranstaltung auf den Neumarkt vor der Frauenkirche.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa +++ dpa-Bildfun

Update 16.46 Uhr: Steinmeier warnt vor Geschichtsrevisionismus

Steinmeier warnte auf der Gedenkveranstaltung im Kulturpalast vor Geschichtsrevisionismus. "Es waren Deutsche, die diesen grausamen Krieg begonnen haben, und es waren schließlich Millionen Deutsche, die ihn führten - nicht alle, aber doch viele aus Überzeugung." Die Nationalsozialisten und ihre willigen Vollstrecker hätten den Massenmord an den Juden Europas ins Werk gesetzt: "Und es war das Nazi-Regime, das das Morden auch dann nicht einstellte, als es den Krieg längst verloren wusste."

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier spricht auf einer Gedenkveranstaltung im Dresdner Kulturpalast.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier spricht auf einer Gedenkveranstaltung im Dresdner Kulturpalast.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Update 16.03 Uhr: Haus am Altmarkt stellt kritische Frage

In Fenstern des Geschäfts- und Wohnhaus am Altmarkt, in dem sich unter anderem das Burger-Restaurant "Hans im Glück" befindet, wurden Zettel angebracht, die eine Verbindung zwischen 1945 und Pegida herstellen wollen.

Zu lesen ist in großen Lettern: "1945 Nie wieder! 2020 AfD und Pegida?" Wer die Zettel anbrachte, ist noch unklar.

Der Schriftzug "1945 Nie wieder! 2020 AfD und Pegida?" ist in den Fenstern eines Hauses am Altmarkt zu sehen.
Der Schriftzug "1945 Nie wieder! 2020 AfD und Pegida?" ist in den Fenstern eines Hauses am Altmarkt zu sehen.  © dpa/Jens Büttner/dpa-Zentralbild

Update 15.40 Uhr: Steinmeier ruft bei Dresden-Gedenken zu Einsatz für Demokratie auf

Die offizielle Gedenkveranstaltung im Kulturpalast begann pünktlich. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sprach dort vom Schrecken, der damals herrschte.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat beim Gedenken an die Bombardierung Dresdens vor 75 Jahren zur Verteidigung der Demokratie aufgerufen. Gefahren wie Menschenverachtung, Antisemitismus und Rassenwahn seien bis heute nicht gebannt, sagte er am Donnerstag bei einer Gedenkfeier im Dresdner Kulturpalast.

Es reiche nicht, wenn Demokraten erschauerten und sich angewidert abwendeten. "Wer wider besseres Wissen historische Fakten verfälscht, dem müssen wir als Demokratinnen und Demokraten die Stirn bieten, dem müssen wir laut und entschieden widersprechen."

Er machte dabei auch nochmals darauf aufmerksam, dass die Verantwortung für die Katastrophe vor allem bei Deutschland selbst liege. "Wir vergessen die deutsche Schuld nicht. Und wir stehen zu der Verantwortung, die bleibt", sagte Steinmeier im Kulturpalast. "Wenn wir heute der Opfer in deutschen Städten gedenken, dann geht es uns nicht um Anklage [anderer Nationen, Anm. d. Red.], nicht um Vorwürfe und schon gar nicht um Aufrechnung."

Der Bundespräsident sagte auch deutlich, dass man die Vergeltung nicht als "gerecht" hinnehmen dürfe: "Wer das Leiden der Menschen, der Bombenopfer in dieser Stadt ignoriert oder bagatellisiert; wer die Bombardierung als 'gerechte Strafe' hinstellt oder Gesten der Trauer ins Lächerliche zieht, auch der wird der Geschichte nicht gerecht, und auch er verhöhnt die Opfer."

Besonders viel Applaus gab der Saal für Steinmeiers Äußerung, "Die Zerstörung der Kulturstadt Dresden begann schon 1933". Die Juden hätten damals nie vertrieben und schon gar nicht ermordet werden dürfen.

Frank-Walter Steinmeier sprach im Kulturpalast.
Frank-Walter Steinmeier sprach im Kulturpalast.  © dpa/Robert Michael/dpa-Zentralbild

Update 15.09 Uhr: Neonazis planen Aufmarsch in Dresden

Nach dem Jahrestag der Bombardierung Dresdens, bereitete sich die Polizei auf den nächsten Großeinsatz am Wochenende vor: Am Sonnabend wollen 14 Uhr Neonazis durch die Stadt marschieren. Antifaschisten wollen den Aufmarsch blockieren.

Schon seit Wochen macht die rechte Szene für das Wochenende mobil: Hielt sie sonst das Datum ihres sogenannten Gedenkmarsch immer bis wenige Tage davor geheim, gaben sie es diesmal ungewöhnlich früh bekannt. Grund könnte sein, dass aufgrund des 75. Jahrestags der Bombardements wieder ein Großaufmarsch stattfinden soll. So wurde der Termin auch wieder auf einen Nachmittag am Wochenende verlegt, auch außerhalb Deutschlands haben Neonazis ihr Kommen angesagt. Startpunkt soll 14 Uhr der Skaterpark in der Lingner-Allee sein.

Szene-Beobachter gehen deshalb von rund 3000 Teilnehmern aus, die Polizei rechnet damit, dass sich das Niveau des Vorjahres mit rund 1000 Teilnehmern hält. Die Behörde geht von einer konfrontativen Einsatzlage aus, denn das Bündnis "Dresden Nazifrei" plant den Aufmarsch zu blockieren. Zwei Demonstrationszüge planen die Antifaschisten: 11 Uhr startet einer vom Alaunpark über die Carolabrücke, ein zweiter am Hauptbahnhof über Marien- und Wilsdruffer Straße sowie den Dr.-Külz-Ring. Beide Züge enden direkt am Rathaus gegenüber des Skateparks.

Allerdings hat die linke Szene eine Konkurrenzveranstaltung: Das Bündnis #unteilbar ruft am selben Tag ebenfalls zu einer bundesweiten Demonstration nach Erfurt auf.

Titelfoto: Holm Helis

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