Immer wieder auf Kopf eingetreten: Männer-Gruppe nahm Tod eines 36-Jährigen in Kauf

Heidelberg - Ein 36-Jähriger ist im August des vergangenen Jahres in Heidelberg nur knapp dem Tode entronnen: Er war nach einem Streit von einer Gruppe junger Männer fast zu Tode getreten worden.

Während vier auf das Opfer eintraten, soll der Rest der Gruppe nicht eingegriffen haben. (Fotomontage/Symbolbild)
Während vier auf das Opfer eintraten, soll der Rest der Gruppe nicht eingegriffen haben. (Fotomontage/Symbolbild)  © dpa/123RF

Acht mutmaßliche Täter stehen von Montag (9.30 Uhr) an vor der Jugendkammer des Landgerichts Heidelberg.

Vier von ihnen wirft die Staatsanwaltschaft versuchten Totschlag in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung und weiteren vier gefährliche Körperverletzung vor.

Die acht Männer sollen dem Opfer und dessen 31 Jahre alten Begleiter laut Anklage nach einem Streit gefolgt sein. Vier hätten auf den Kopf und das Gesicht des 36-Jährigen getreten und dabei den möglichen Tod des Mannes in Kauf genommen.

Die anderen vier jungen Männer standen dabei, ohne dem Gewaltausbruch Einhalt zu gebieten. Der Misshandelte erlitt lebensbedrohliche Kopfverletzungen.

Die jungen Männer stammen aus Sinsheim (Rhein-Neckar-Kreis), Forbach (Kreis Rastatt) und Ettlingen (Kreis Karlsruhe). Der verletzte Mann und dessen Freund sind aus Heidelberg.

UPDATE: 13.16 Uhr

Schädelknochen brechen gehört

Der Prozess startet vor dem Landgericht in Heidelberg.
Der Prozess startet vor dem Landgericht in Heidelberg.  © DPA

Laut Anklage am Landgericht ist im August 2018 in der Heidelberger Innenstadt eine verbale Auseinandersetzung eskaliert.

Die mutmaßlichen Täter drohten demnach dem späteren Opfer und seinem 31-jährigen Begleiter sie "abzustechen". Ein Wort ergab das andere - und schließlich beschlossen die jüngeren Widersacher, die sich entfernenden Männer körperlich anzugehen.

Die mutmaßlichen Täter, die zwischen 1997 und 2002 geboren wurden, stellten laut Anklage dem 36-Jährigen ein Bein, so dass dieser stürzte. Vier von ihnen attackierten den am Boden liegenden demnach mit äußerster Gewalt.

Sie hätten ihn mit wuchtigen Tritten ins Gesicht und Kopf verletzt, stampfend oder aus vollem Lauf.

Das Brechen der Schädelknochen sei dabei zu hören gewesen, hieß es in der Anklageschrift weiter. Der auf den ersten Blick zumindest körperlich wiederhergestellte Mann folgte am Montag als Nebenkläger der Verhandlung im Gerichtssaal.

Die anderen vier Angeklagten standen während des brutalen Angriffs wenige Meter entfernt, ohne einzugreifen. Damit haben sie laut Anklage die Schläger unterstützt und billigend in Kauf genommen, dass das Opfer zu Tode kommt.

Die Angeklagten berichteten von Problemen in Schule, Familie, Jugendhilfeeinrichtungen sowie von Alkohol- und Drogenkonsum. Aber auch von ersten Schritten in den Beruf war die Rede.

Titelfoto: dpa/123RF

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