Gibt es einen Zusammenhang zwischen Stress und Krebs?

Ein Zusammenhang zwischen Psyche und Krebs konnte noch nicht seriös bestätigt werden.
Ein Zusammenhang zwischen Psyche und Krebs konnte noch nicht seriös bestätigt werden.  © 123rf.com/bialasiewicz

Heidelberg - Viele Menschen sind überzeugt, dass psychische Belastungen und Stress Auslöser für Krebs sein können. Das zeigt eine Umfrage des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) in Heidelberg. 61 Prozent der Befragten gaben an, trotz mangelnder wissenschaftlicher Belege an diese These zu glauben.

Die Wissenschaftler gehen derzeit allerdings davon aus, dass nicht die psychische Belastung allein maßgeblich für die Krebsentstehung verantwortlich ist, sondern weitere Belastungen hinzukommen müssen. Das sind zum Beispiel rauchen, zu viel Alkoholkonsum und ungesunde Ernährung.

Zum Thema Psyche und Krebs hat das Meinungsforschungsinstitut GfK im Auftrag des Krebsinformationsdienstes des Deutschen Krebsforschungszentrums 2023 Menschen zwischen 14 und 70 Jahren befragt.

Danach sind 84 Prozent davon überzeugt, dass eine kämpferische und positive Herangehensweise die Überlebenschancen von Krebspatienten erhöht. Von den derzeit Erkrankten stimmen dem sogar über 90 Prozent zu. "Eine positive Einstellung kann nach Angaben der Krebsexperten für die Betroffenen hilfreich sein, aber auch das Zulassen von Gefühlen wie Angst, Traurigkeit oder Wut, die eine schwere Erkrankung mit sich bringt", berichtet die "Bild"-Zeitung.

Ob eine bestimmte Art des Umgangs mit Krebs einen Einfluss auf den Verlauf der Krankheit oder die Überlebenschancen hat, können aktuelle Untersuchungen noch nicht abschließend beantworten. Dass Menschen mit Krebs an einen Zusammenhang zwischen Psyche und Krebs glauben, erklären die Wissenschaftler damit, dass sie nach einer Art Ursache in der eigenen Lebensgeschichte suchen. Daran schließt die Hoffnung an, mit einer positiven Lebenseinstellung auch den Verlauf der Krankheit positiv zu beeinflussen.

Problem: Verschlechtert sich das Krankheitsbild trotzdem, belastet das die Psyche enorm, denn die Betroffenen setzen sich dann selbst unter Druck. Das führt zu Schuldgefühlen, die Krankheit selbst verursacht zu haben.

Titelfoto: 123rf.com/bialasiewicz


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