Kampfhunde attackieren Radler, Gesicht entstellt: So geht's jetzt weiter

Heidelberg - Knapp drei Monate nach der Kampfhundeattacke auf einen Jugendlichen im baden-württembergischen Leimen (Rhein-Neckar-Kreis) hat die Staatsanwaltschaft Heidelberg Anklage gegen drei Beschuldigte erhoben.

Die Tiere wurden nach der Attacke beschlagnahmt. (Symbolbild)
Die Tiere wurden nach der Attacke beschlagnahmt. (Symbolbild)  © Susan Richey-Schmitz/123RF

Der Vorwurf der schweren Körperverletzung richte sich gegen einen 16-Jährigen und einen 22-Jährigen, die mit den Hunden unterwegs waren, erläuterte der Sprecher der Anklagebehörde, Tim Haaf.

Der 21-jährige Hundehalter, der seinem 16-Jährigen Bruder die beiden American Staffordshire Terrier überlassen hatte, ist wegen fahrlässiger Körperverletzung angeklagt. Der Jüngste des Trios sitzt in Untersuchungshaft. Der Strafrahmen für schwere Körperverletzung liegt bei nicht unter einem Jahr Freiheitsentzug.

Am Pfingstmontag hatte der 21-Jährige seinen minderjährigen Bruder und dessen Begleiter mit den zwei Hunden ohne Maulkorb und Leine Gassi gehen lassen - womit er gravierend gegen die Kampfhundeverordnung verstieß.

Die Folgen für einen jugendlichen Radler waren schlimm: Er wurde auf seinem Fahrrad auf freiem Feld angefallen und gebissen. Der 16-Jährige hatte die Tiere laut Anklagebehörde noch aufgehetzt. Der 15-jährige Radfahrer musste mit entstellenden Gesichtsverletzungen in einer Spezialklinik behandelt werden.

Die beiden Hunde wurden von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt. Die Hündin und der Rüde leben in einem Tierheim. Wenn es zu einer Verurteilung käme, würden die Vierbeiner quasi als Tatwerkzeug eingezogen.

Das Veterinäramt bestimmt dann laut Haaf, was mit ihnen geschieht.

Der Radler wurde von den Kampfhunden angefallen und kam in eine Spezialklinik. (Symbolbild)
Der Radler wurde von den Kampfhunden angefallen und kam in eine Spezialklinik. (Symbolbild)  © DPA

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