Mann von S-Bahn überrollt und getötet

Die Feuerwehr half den Fahrgästen aus der S-Bahn.
Die Feuerwehr half den Fahrgästen aus der S-Bahn.

Von Matthias Kernstock

Dresden - Ein Mann ist am Freitagabend von einer S-Bahn, die von Heidenau in Richtung Dresden unterwegs war, überrollt worden. Die Identität des Toten sowie die Umstände des Unfalls sind noch völlig unklar.

Es geschah gegen 18:00 Uhr, als die S-Bahn aus Heidenau nach Dresden unterwegs war. Plötzlich gab es einen heftigen Knall, der Zugführer bremste das tonnenschwere Gefährt sofort ab. Der dunkle Verdacht bestätigte sich beim Blick unter die Wagons: Ein Mann wurde von der Bahn erfasst und getötet.

Ein Albtraum für den Lokführer: Er stand sofort unter Schock, wurde von einem Kriseninterventionsteam behandelt. Auch für zwei der ca. 70 Fahrgäste mussten die Helfer seelischen Beistand leisten.

Die Notärztin vor Ort konnte nur noch den Tod des Mannes feststellen, Rettungsdienst und Feuerwehr mussten die Fahrgäste sicher aus dem gestoppten Zug evakuieren.

MOPO24 sprach am Sonnabendmorgen mit der Polizei in Dresden. Ein Sprecher sagte, es sei noch nicht geklärt, ob es sich um einen Unfall oder einen Suizid handle. "Wir haben zum jetzigen Zeitpunkt auch noch keine Erkenntnis über die Identität des Toten." Einen Abschiedsbrief hatte der Mann nicht bei sich, die Ermittlungen dauern an.

Polizei und Bahnmitarbeiter kontrollieren die S-Bahn nach dem Zusammenstoß.
Polizei und Bahnmitarbeiter kontrollieren die S-Bahn nach dem Zusammenstoß.

In Sachsen hat es in diesem Jahr mehrere Unfälle mit der Bahn gegeben. Unfassbar viel Glück hatte ein junger Mann im Juni des Jahres in Chemnitz (MOPO24 berichtete).

Ein 16-Jähriger hatte gemeinsam mit seinem 17-jährigen Kumpel am Haltepunkt Chemnitz-Mitte Graffiti gesprüht. Als sich ein Zug näherte, sprangen die beiden Jugendlichen vom Dach einer Unterführung. Der 16-Jährige landete im Gleisbett und wurde trotz Notbremsung von dem Zug angefahren und verletzt.

Die Polizei ermittelte und rekonstruierte den Unfall. Die Jungen hätten vermutlich geglaubt, dass der Zug in Chemnitz-Mitte hält und Angst davor gehabt, entdeckt zu werden. Allerdings habe der Zug den Haltepunkt ohne Stopp passieren wollen.

Die beiden Jugendlichen kamen mit dem Leben davon, gegen sie wurde aber wegen Sachbeschädigung und im Fall des Verletzten auch wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr ermittelt, so die Polizei.

In der S-Bahn befanden sich zum Zeitpunkt des Unglücks ca. 70 Fahrgäste.
In der S-Bahn befanden sich zum Zeitpunkt des Unglücks ca. 70 Fahrgäste.

Fotos: Marko Förster (3)


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