Maas über antisemitische Attacken: "Dürfen nicht wegschauen"

Berlin - Außenminister Heiko Maas hat zum Engagement gegen Antisemitismus aufgerufen.

Heiko Maas hat zum Engagement gegen Antismetismus aufgerufen.
Heiko Maas hat zum Engagement gegen Antismetismus aufgerufen.  © Christophe Gateau/dpa

"Wir dürfen nicht wegschauen, wenn jemand beleidigt oder angegriffen wird - nur weil er als Jude erkennbar ist", sagte er am Sonntag laut vorab verbreitetem Redemanuskript bei der Verleihung des Shimon-Peres-Preises in Berlin.

Der SPD-Politiker forderte, den Mund aufzumachen, "wenn antisemitische Klischees verbreitet werden: in der Kneipe, im Freundeskreis oder im Sportverein". 'Denn: Wir wissen, wozu mangelnde Zivilcourage, wozu Gleichgültigkeit führen kann.'"

Immer wieder werden Menschen in Deutschland Opfer antisemitischer Attacken. Ende Juli war ein Rabbiner der Jüdischen Gemeinde zu Berlin von zwei Männern auf Arabisch beschimpft und bespuckt worden, vor den Augen seines Kindes.

Vor wenigen Tagen wurde ein junger Israeli in Berlin ins Gesicht geschlagen, nachdem der Täter gehört hatte, wie er Hebräisch sprach. "Es zeigt: Antisemitismus scheint zu werden, was es niemals sein darf: alltäglich", sagte Maas mit Verweis auf diese Übergriffe.

"Dass es trotz der bitteren Erfahrung der Shoah in der Welt und auch in Deutschland wieder Antisemitismus gibt, ist eine beschämende, eine unerträgliche Wahrheit."

Der vom Auswärtigen Amt gestiftete Shimon-Peres-Preis zeichnet Projekte aus, die sich für die deutsch-israelischen Beziehungen einsetzen. Benannt ist er nach dem früheren israelischen Staatspräsidenten und Friedensnobelpreisträger Shimon Peres.

Heiko Maas (r, SPD) steht neben den Preisträgern des Shimon-Peres-Preises 2019 Susanne Ulrich (l) und Saber Rabi (m).
Heiko Maas (r, SPD) steht neben den Preisträgern des Shimon-Peres-Preises 2019 Susanne Ulrich (l) und Saber Rabi (m).  © Carsten Koall/dpa

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