Handyfotos der Leiche gemacht: Feuerwehr entsetzt über Gaffer bei Autounfall

Die Unfallstelle auf der Höseler Straße: Während die Einsatzkräfte alles sicherten, schoben Passanten eigenmächtig die Absperrungen zur Seite.
Die Unfallstelle auf der Höseler Straße: Während die Einsatzkräfte alles sicherten, schoben Passanten eigenmächtig die Absperrungen zur Seite.  © Polizei

Heiligenhaus - Immer wieder kommt es vor, dass Rettungskräfte bei ihren Einsätzen von Passanten behindert werden.

Den Gaffern ist dabei teilweise jedes Mittel recht, um einen kurzen Blick auf die genaue Unfallstelle werfen zu können.

Ein besonderes pietätloser Fall macht aktuell im nordrhein-westfälischen Heiligenhaus auf sich aufmerksam.

Dort kam es am Dienstag zu einem schweren Unfall, als der 44-jährige Kommunalpolitiker Ansgar Bensch einen wichtigen Termin im Rathaus wahrnehmen wollte und dabei aus ungeklärter Ursache in den Gegenverkehr geriet.

Wie die Polizei in einer Pressemeldung berichtet, knallte er dort frontal in einen 40-Tonner. Für den Mann kam jede Hilfe zu spät. Er verstarb noch an der Unfallstelle.

Zudem wurden zwei weitere Personen ebenfalls schwer verletzt. Die Rettungskräfte und ein Großaufgebot der Feuerwehr sicherten die Unfallstelle. Der Verkehr kam komplett zum Erliegen. Die Höseler Straße musste komplett gesperrt werden.

Der 40-Tonner kam nach dem Crash ebenfalls von der Straße ab und landete im Dickicht.
Der 40-Tonner kam nach dem Crash ebenfalls von der Straße ab und landete im Dickicht.  © Polizei

Für die Rettung zwar kein alltäglicher Einsatz, aber dennoch etwas, was sie im Laufe ihres Berufs öfters schon zu Gesicht bekamen.

Eine Sache schockierte aber auch die sonst so taffen Feuerwehrmänner am Unfallort. Wie "waz.de" berichtet, war das Verhalten der vorbeifahrenden Passanten eine absolute Zumutung.

Nils Vollmar, Sprecher der örtlichen Feuerwehr, machte einige Reaktionen völlig fassungslos.

So sollen Autofahrer beispielsweise eigenmächtig Absperrungen zur Seite geschoben haben, während die Einsatzkräfte die Unfallstelle sicherten. Auf Nachfrage hätten die Passanten mit der Begründung "wichtige Termine" geantwortet.

Noch schlimmer waren laut dem Sprecher aber Schaulustige, die unbedingt noch einen Blick auf die Leiche ergattern wollten. Dabei war ihnen fast jedes Mittel recht. „Wir hatten den Toten schnell abgedeckt. Doch Menschen haben versucht, mit ihren Handys Fotos von ihm zu machen", so Vollmar gegenüber "waz.de".

Das kuriose an der Sache: Einige schienen gar nicht richtig zu realisieren, was sie dort gerade taten. Als sie von den Feuerwehrmännern auf ihr Fehlverhalten aufmerksam gemacht wurden, reagierten sie peinlich berührt oder konnten keine Erklärung finden: "Als wir sie angesprochen haben, haben wir keine sinnvolle Antwort bekommen.“

Nach zehn Stunden war der Einsatz schließlich beendet. Zumindest im Rathaus, in dem Ansgar Bensch tätig war, reagierte man angemessen auf das tragische Unglück. Bürgermeister Dr. Jan Heinisch sagte gegenüber der WAZ: „ Wir denken in diesen Stunden besonders an seine Angehörigen, die an diesem plötzlichen und schmerzlichen Verlust schwer zu tragen haben.“


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