Heimtückischer Mord oder Notwehr? Opfer stirbt mit elf Stichen im Schrebergarten

Ingolstadt - In einer Schrebergartenanlage in Oberbayern eskaliert an Ostern 2018 der Streit zwischen zwei Gartennachbarn. Am Ende ist ein Mann tot. War es ein heimtückischer Mord oder eher Notwehr?

Der Streit in einer Schrebergartenanlage eskalierte, am Ende war ein Mann tot. Was ist im Garten passiert? (Symbolbild)
Der Streit in einer Schrebergartenanlage eskalierte, am Ende war ein Mann tot. Was ist im Garten passiert? (Symbolbild)  © Lukas Barth/dpa

Die Strafkammer des Ingolstädter Landgerichts wollte zudem noch im Laufe des Montags auch das Urteil verkünden.

Der 42 Jahre alte Angeklagte soll an Ostern 2018 in der Kleingartenkolonie in Gaimersheim (Landkreis Eichstätt) seinen Parzellennachbarn umgebracht haben.

Zu Beginn des Prozesses im Mai hatte der Türke auch grundsätzlich zugegeben, dass er den 36-Jährigen erstochen hat.

Er schilderte allerdings, dass das spätere Opfer zuerst mit dem Messer auf ihn losgegangen sei. Bei dem Kampf mit dem Nachbarn habe er die Waffe irgendwann zu fassen bekommen und zugestochen. Auslöser sei ein Streit gewesen, den der 36-Jährige provoziert habe.

Die Staatsanwaltschaft geht in der Anklage von einem anderen Tatgeschehen aus. Sie ist überzeugt, dass das Opfer von dem Messerangriff völlig überrascht wurde. Der 42-Jährige soll mindestens elfmal zugestochen haben.

Die Staatsanwaltschaft hatte den Mann daher wegen eines heimtückischen Mordes angeklagt.

Update 18.00 Uhr: Tödliche Stiche in Schrebergarten - Angeklagter muss in Psychiatrie

Der Schriftzug "Landgericht Ingolstadt" ist auf der Fassade vom Landgericht angebracht. Im Prozess um eine Bluttat in einem Schrebergarten in Gaimersheim soll am Montag das Urteil fallen.
Der Schriftzug "Landgericht Ingolstadt" ist auf der Fassade vom Landgericht angebracht. Im Prozess um eine Bluttat in einem Schrebergarten in Gaimersheim soll am Montag das Urteil fallen.  © Lino Mirgeler/dpa

Im Prozess um eine Bluttat in einem Schrebergarten in Oberbayern ist der Angeklagte zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Die Strafkammer des Ingolstädter Landgerichts verurteilte den Mann am Montag, weil der 42-Jährige an Ostern 2018 in der Kleingartenkolonie in Gaimersheim (Landkreis Eichstätt) seinen Parzellennachbarn mit elf Messerstichen umgebracht hat.

Das Gericht ordnete zudem eine Unterbringung des Angeklagten in einer psychiatrischen Klinik an. Der Mann leide an einem Eifersuchtswahn, sagte der Vorsitzende Richter. Seit 2003 habe er immer wieder Bekannte ohne Anlass verdächtigt und bezichtigt, Affären mit seiner inzwischen geschiedenen Ehefrau zu haben. Aus diesem Wahn heraus habe der Angeklagte auch auf seinen wehr- und ahnungslosen Gartennachbarn eingestochen, mit dem er eigentlich befreundet war.

Zu Beginn des Prozesses im Mai hatte der Angeklagte zwar zugegeben, den Mann erstochen zu haben. Er schilderte allerdings, dass das spätere Opfer nach einem Streit zuerst mit dem Messer auf ihn losgegangen sei.

Davon ist er laut Gericht wegen seines Wahns immer noch überzeugt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Titelfoto: Lukas Barth/dpa


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