Nach Brand: Supergifte in Futter und Eiern gefunden!

Heinsdorfergrund - Die Behörden geben Entwarnung: Vier Wochen nach dem Großbrand in der Galvanikfirma GTO erklärte der Vogtlandkreis, dass "alle ermittelten Messwerte unterhalb der zulässigen Höchstmenge" lagen. Doch die Grünen sind mit dieser Pauschalaussage nicht zufrieden, fordern mehr Aufklärung.

Der Brand in der Firma GTO löste eine große Suche nach Schadstoffen in der Region aus.
Der Brand in der Firma GTO löste eine große Suche nach Schadstoffen in der Region aus.

Nach Messergebnissen, die TAG24 vorliegen, fanden die Analytiker in Futtermittelproben fünf verschiedene Arten der Supergifte Dioxin und Furan. Dazu 17 unterschiedliche PCB-Sorten - ebenfalls hochgiftig.

Die Mengen klingen klein: 22,2 Pikogramm (billionstel Gramm) Dioxin/Furan wurden gefunden, gut 82 Pikogramm PCB. Alles pro Gramm Futtermittel. Auch in der Eierprobe fanden die Forscher Dioxin. Zudem wurden hochgiftiges Molybdän und für Schwangere schädliches Zink entdeckt.

Grünen-Kreisrat Gerhard Liebscher (63) fühlt sich nicht beruhigt: "Dass man überhaupt Dioxin in Futtermitteln und Eiern findet, ist der Hammer. Die Behörden müssen alle Messergebnisse offenlegen - die Grünen werden das im Landtag angehen."

"Unakzeptabel" findet Liebscher die vierwöchige Dauer, bis die Messergebnisse vorlagen. Da stimmt der Vogtlandkreis zu.

Anne Schilder (48), Leiterin Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramt: "Vier Wochen sind zu lang. Das hätte ein paar Tage schneller gehen können."

Gerhard Liebscher (Grüne, r.) fordert eine vollständige Aufklärung.
Gerhard Liebscher (Grüne, r.) fordert eine vollständige Aufklärung.  © Ellen Liebner