Vorbestrafter Herzspezialist darf wieder operieren

Hamburg - Der renommierte Hamburger Herzspezialist Karl-Heinz Kuck (66) darf weiter als Arzt praktizieren. Das Verwaltungsgericht der Hansestadt gab am Mittwoch einer Klage des vorbestraften Medizinprofessors gegen die Gesundheitsbehörde statt, wie ein Gerichtssprecher mitteilte.

Zwei Ärzte setzen während einer OP einen Herzschrittmacher ein.
Zwei Ärzte setzen während einer OP einen Herzschrittmacher ein.  © dpa/Marcel Mettelsiefen
Wegen Abrechnungsbetrugs in 15 Fällen war Kuck am 12. April 2016 per Strafbefehl zu einer einjährigen Haftstrafe auf Bewährung und 100.000 Euro Geldstrafe verurteilt worden.

Die Gesundheitsbehörde hatte ihm daraufhin die Approbation entzogen. Er habe sich zur Ausübung des Arztberufs als unwürdig erwiesen, hieß es.

Gegen die Entscheidung vom Februar 2018 hatte Kuck erst Widerspruch und dann Klage eingelegt.

Nach Auffassung des Gerichts begründet das Verhalten des Kardiologen nicht seine Berufsunwürdigkeit.

"Für das Verwaltungsgericht besteht im Ergebnis kein Grund, an der ärztlichen Integrität des Klägers zu zweifeln."

Zwar habe sich der Mediziner eines nicht unerheblichen Fehlverhaltens schuldig gemacht.

Karl-Heinz Kuck ist ehemaliger Chefarzt der Kardiologie an der Asklepios-Klinik St. Georg.
Karl-Heinz Kuck ist ehemaliger Chefarzt der Kardiologie an der Asklepios-Klinik St. Georg.  © dpa/Daniel Bockwoldt

Dieses sei aber "weder von Gewinnstreben noch ärztlicher Gewissenlosigkeit geprägt" gewesen.

Kuck, der schon prominente Patienten wie Helmut Schmidt, Günter Grass, David Bowie oder Udo Lindenberg behandelt hat, hatte jahrelang Leistungen bei der Kassenärztlichen Vereinigung im eigenen Namen abgerechnet, die tatsächlich nicht von ihm, sondern von nachgeordneten Ärzten oder seiner Abteilung in der Asklepios-Klinik St. Georg erbracht worden waren.

Im Ermittlungsverfahren hatte er die Sache eingeräumt und die Beträge erstattet.

Die Gesundheitsbehörde zeigte sich von dem Urteil überrascht. In anderen Fällen von Abrechnungsbetrug mit geringerem Strafmaß und Schadenshöhe sei der Approbationsentzug gerichtlich bestätigt worden.

Die Behörde von Senatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) kündigte an, die schriftliche Urteilsbegründung sorgfältig zu prüfen. Gegen das Urteil kann die Zulassung der Berufung beantragt werden.

Titelfoto: dpa/Marcel Mettelsiefen

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