Heiß diskutierte Personalfragen beim Meister

Gina Mancuso, die hier mit den Fans abklatscht, wurde nach dem 3:1 als „Wertvollste Spielerin“ ausgezeichnet.
Gina Mancuso, die hier mit den Fans abklatscht, wurde nach dem 3:1 als „Wertvollste Spielerin“ ausgezeichnet.

Von Steffen Grimm

Dresden - Vor und nach dem 3:1-Heimsieg von Meister DSC in der Neuauflage des Vorjahres-Finals gegen Allianz Stuttgart wurde in der Margon Arena ein Thema besonders angeregt diskutiert: der Rauswurf von Frauen-Bundestrainer Luciano Pedulla.

Nur wenige Stunden zuvor hatte der Deutsche Volleyball-Verband die Trennung vom Italiener verkündet. Der 58-Jährige war erst seit Ende Februar im Amt.

In seiner Ära bestritt die DVV-Auswahl 29 Spiele, von denen sie 17 verlor, bei der EM kam sie (nur) auf Platz 5. Dabei war es kein Geheimnis mehr, dass die Nationalmannschaft Probleme mit dem als pedantisch geltenden „Professore“ hatte. Doch wer wird nun Nachfolger von Pedulla, führt unsere Volleyballerinnen durch die so wichtige Olympia-Quali Anfang Januar in Ankara?

DSC-Chefcoach Alex Waibl erklärte dazu: „Es wurde mit mehreren Bundesliga-Trainern gesprochen und die Situation erörtert, auch mit mir.“ Der 47-Jährige wollte aber „nicht aus dem Nähkästchen plaudern“. DVV-Sportdirektor Ralf Iwan verkündete, dass der neue Bundestrainer „in Kürze“ vorgestellt werden soll.

Libero Myrthe Schoot (l.) biss sich trotz Entzündung im linken Knie gegen Stuttgart durch. Alex Waibl führte den DSC zu zwei Meistertiteln. Wird er der neue Bundestrainer?
Libero Myrthe Schoot (l.) biss sich trotz Entzündung im linken Knie gegen Stuttgart durch. Alex Waibl führte den DSC zu zwei Meistertiteln. Wird er der neue Bundestrainer?

Wichtige personelle Fragen stellen sich aber auch beim DSC nach dem 3:1 (25:20, 25:22, 24:26, 28:26) gegen Stuttgart und vor dem Pokalspiel am Mittwoch bei Zweitligist VC Offenburg. Die Dresdner Nationalspielerinnen, die den Sommer über mit ihren Auswahl-Teams fast ohne Unterbrechung im Einsatz waren, brauchen dringend eine Pause, das hat die harte englische Woche mit zwei Niederlagen gegen Schwerin (2:3) und Fenerbahce Istanbul (1:3) sowie dem Sieg über den Vizemeister deutlich gezeigt.

„Ich werde einige Spielerinnen daheim lassen und nicht mit nach Offenburg nehmen. Wer das genau ist, entscheide ich am Dienstag“, sagte Alex Waibl. Ganz sicher wird aber Myrthe Schoot geschont, die weiter an einer Entzündung im linken Knie laboriert.

Ganz gleich in welcher Besetzung der DSC auflaufen wird, Zuspielerin Mareike Hindriksen macht vorm Pokalspiel klar: „Man darf so einen Gegner nie unterschätzen. Für Offenburg ist es das Spiel des Jahres, aber für uns soll es der erste Schritt Richtung Finale sein.“

Fotos: Lutz Hentschel


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