Heißes Brandenburg-Derby: Energie Cottbus feiert Auswärtserfolg in Babelsberg!

Potsdam - Favoritensieg im Brandenburg-Derby! Der FC Energie Cottbus gewinnt am 13. Spieltag der Regionalliga Nordost beim SV Babelsberg mit 1:0. Den goldenen Treffer erzielte Moritz Broschinski.

Heißer Einstieg: Cottbus-Fans zündeten zum Einlaufen der Mannschaften ordentlich Pyro-Technik.
Heißer Einstieg: Cottbus-Fans zündeten zum Einlaufen der Mannschaften ordentlich Pyro-Technik.  © Imago Images / Jan Huebner

Besonders auffallend: Die sonst so aufgeladene Derby-Atmosphäre blieb am heutigen Nachmittag äußerst friedlich.

Der SV Babelsberg und Energie Cottbus riefen ihre Fans vor dem brisanten Brandenburg-Derby zu Ruhe und Besonnenheit auf und appellierten an die Zuschauer "in ihren Fankurven keinen Platz zu bieten für Anfeindungen, Hetze, Diskriminierungen und Provokationen".

Außerdem sollte sich "von jeglicher Form von Gewalt" distanziert werden.

Konträr diesem Vorhaben zündeten die Energie-Fans zum Einlaufen der Mannschaften gewaltig Pyro-Technik.

Scheinbar davon angestachelt begann das Team von Trainer Claus-Dieter Wollitz euphorisch, doch Dimitar Rangelov verpasste nach Großchance das frühe Führungstor (5. Spielminute). Nach gut 15 Minuten verflachte die Partie vor 4.800 Zuschauern, in der Babelsberg immer besser ins Spiel kam.

Die Potsdamer waren scheinbar näher dran am ersten Treffer der Partie, doch als sich die Zuschauer im "KarLi" schon auf das Halbzeit-Bier freuten, ging Energie in Führung.

Oldie Rangelov passte auf Felix Brügmann, der erst noch am starken Schlussmann Marco Flügel scheiterte, ehe der Abpraller bei Moritz Broschinski landete, der zum 1:0 einschob (45.). Danach pfiff Schiedsrichter Steven Greif zum Pausentee. Erstes Zwischenfazit des Fußball-Nachmittags: Während das Spiel durchaus zu wünschen übrig ließ, begeisterte die friedliche Atmosphäre im "KarLi", trotz Cottbuser Pyro-Einstieg.

Trügerischer Anblick: Toni Stahl (Cottbus) kann gegen Bogdan Rangelov (Babelsberg) verteidigen und den Rückstand vermeiden.
Trügerischer Anblick: Toni Stahl (Cottbus) kann gegen Bogdan Rangelov (Babelsberg) verteidigen und den Rückstand vermeiden.  © Imago Images / Jan Huebner

Die zweite Hälfte startete durchwachsen, Babelsberg versuchte immer wieder Akzente in der Offensive zu setzen. Dennoch mussten die Potsdamer bis zur 58. Minute auf eine gefährliche Chance warten, doch Jake-Robert Wiltons Schuss landete am Lattenkreuz. Glück für Energie.

Generell agierte Cottbus eher defensiv, versprühte wenig Angriffslust. Während sich die Wollitz-Elf eher auf die Abwehrarbeit konzentrierte, hatte Babelsberg wenig Möglichkeiten den Ausgleichstreffer zu erzielen. Das Niveau des Derbys war überschaubar.

Babelsberg warf in den letzten zehn Minuten der Partie nochmals alles nach vorne. Doch Chancen von Ugurtan Cepni (82.) und dem starken Noah Awassi verfehlten den Cottbuser Kasten am Ende klar.

Weil der SVB immer offensiver wurde, entstanden Lücken in der Potsdamer Defensive. Ein Loch nutzte Energie und holte mit Ablauf der offiziellen Spielzeit einen berechtigten Elfmeter heraus, den Babelsbergs Schlussmann Flügel herausragend hielt und Berkan Taz alt aussehen ließ (90.).

Somit endete die Partie mit einem knappen Sieg für Energie, die sich auf Platz vier allmählich in der Spitzengruppe der Regionalliga Nordost etablieren. Besonders hervorzuheben an diesem Fußball-Nachmittag war die friedliche Stimmung im Potsdamer Stadtteil Babelsberg. Trotz kleinerer Pyro-Einlagen blieb die Atmosphäre auf den Rängen höchst entspannend.

In der Vergangenheit hatte es bereits mehrfach schlimme Zwischenfälle am Rande der Begegnungen von beiden Mannschaften gegeben. Im April 2017 wurden aus dem Cottbuser Gästeblock unter anderem rechtsextreme Parolen skandiert. Zudem war zu sehen, wie der Hitlergruß gezeigt wurde. 2018 wurde beim Landespokalfinale durch Babelsberger Chaoten die Siegerehrung des FC Energie verhindert. Sie hatten im eigenen Stadion Pyrotechnik gezündet. Ein Teil der Babelsberger Fans ist der linksextremen Szene zuzuordnen.


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