Im Knast fing er mit dem Malen an: Helge Achenbach hofft auf zweite Chance

München - Rund acht Monate nach seiner Haftentlassung bietet der ehemalige Kunstberater Helge Achenbach selbst gemalte Gemälde zum Verkauf an - in der Galerie Kronsbein in München.

Helge Achenbach kurz nach seiner Entlassung aus der Justizvollzugsanstalt.
Helge Achenbach kurz nach seiner Entlassung aus der Justizvollzugsanstalt.  © DPA

Von diesem Freitag an sind in der Ausstellung "spirit of freedom" 21 abstrakte Landschaftsbilder zu sehen, die Achenbach in den vergangenen sechs Monaten gemalt hat.

Den Erlös soll ein Projekt mit Künstlern aus Kriegs- und Krisengebieten erhalten. Ob da viel Geld zusammenkommt?

"Als Kunstberater würde ich sagen, hm, ganz gut, relativ romantisch, naja, mach mal weiter, mal schaun", sagte der 66-Jährige, der von März 2015 bis Juni 2018 wegen Betruges in Haft gesessen hatte, am Mittwoch. "Doch wenn ich das jetzt so sehe, muss ich sagen doch, gefällt mir. Und es entspricht auch meiner Seele."

Achenbach hat erst im Gefängnis mit dem Malen begonnen. Jetzt hofft er, dass die Wertigkeit seiner Werke steigt. "Dann kann ich auch mal irgendwann mit diesen Bildern Schulden abbauen."

Helge Achenbach, ehemaliger Kunstberater, blickt auf dem Kunsthof durch eine ausrangierte Gefängnistür.
Helge Achenbach, ehemaliger Kunstberater, blickt auf dem Kunsthof durch eine ausrangierte Gefängnistür.  © DPA

Davon hat er jede Menge. Im Juni hat ihn das Oberlandesgericht Düsseldorf verpflichtet, 16,1 Millionen Euro an die Familie des gestorbenen Aldi-Erben Berthold Albrecht zu zahlen, weil er diesen beim Kauf von Kunst und Oldtimern durch versteckte Preisaufschläge betrogen hatte.

Vorerst geht der Erlös aber an den Verein "Kultur ohne Grenzen - Culture without borders" aus Kaarst bei Düsseldorf. Ein bisschen stecke darin die Sehnsucht nach Verzeihen und nach Anerkennung.

"Aber ich denke, das ist legitim." Jeder habe eine zweite Chance verdient.

Titelfoto: DPA

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