Umweltkatastrophe: Ölteppich vor Helgoland abgetaucht

Helgoland - Die mehr als 50 Kilometer lange Ölspur auf der Nordsee vor Helgoland ist über Nacht verschwunden.

Die Küstenwache untersucht mit einem Schiff die Ölspur (Archivbild).
Die Küstenwache untersucht mit einem Schiff die Ölspur (Archivbild).  © Havariekommando

Wie das Havariekommando am Samstag meldete, ist die Verschmutzung inzwischen nicht mehr sichtbar.

Die Besatzung eines Bundespolizei-Hubschraubers hatte die etwa 300 Meter breite und mehr als 50 Kilometer lange Ölspur erst am Freitag entdeckt (TAG24 berichtete).

Der Ölteppich schwamm in der Nordsee etwa 25 Kilometer westlich von Helgoland.

Bereits am Freitagabend begann sich die Verschmutzung langsam aufzulösen. Vermutlich ist das Öl nun komplett unter die Wasseroberfläche abgesunken.

Bei Suchflügen mit einem Sensorflugzeug und einem Hubschrauber der Bundespolizei wurden am Samstag kein Öl mehr gesichtet.

Auch Satellitenbilder der European Maritime Safety Agency (EMSA) zeigen im betroffenen Gebiet keine Verschmutzungen mehr. "Dies unterstützt die Vermutung, dass das Öl unter die Wasseroberfläche abgesunken ist", sagte eine Sprecherin des Havariekommandos.

Deswegen wurden die alarmierten Ölbekämpfungsschiffe zurückgezogen. Nur die "Mellum" bleibt vorsorglich in Nähe des Einsatzgebietes. Weitere Kontrollflüge und Satellitenbilderauswertungen soll es Samstag und Sonntag geben.

Bisher ist unklar, wie das Öl in die Nordsee gelangte. Die Polizei ermittelt gegen Unbekannt.

Die Ölspur trieb 25 Kilometer westlich von Helgoland (Archivbild).
Die Ölspur trieb 25 Kilometer westlich von Helgoland (Archivbild).  © dpa/Marcus Brandt

Welche Auswirkungen die Verschmutzung auf die Natur in der Nordsee oder auf das besonders sensible und geschützte Wattenmeer hat, ist derzeit schwer zu überblicken, sagte eine Sprecherin des Havariekommandos auf TAG24-Nachfrage.

Mit dem Absinken des Öls unter Wasseroberfläche beginne in der Regel ein Zersetzungsprozess durch Bakterien.

Gefährlicher sei es für die Natur, wenn das Öl an Stränden angespült werde und sich beispielsweise Vögel das Gefieder verkleben. Die Vögel putzen sich, Öl gelangt in den Magen, sie vergiften sich daran und sterben.

Das kommt leider regelmäßig vor. Pro Jahr gelangen geschätzte 100.000 Tonnen Öl in die Nordsee. Vor allem illegale Entsorgungen, Bohrinseln und Einträge über Flüsse verschmutzen das Wasser.

Alleine im deutschen Wattenmeer sterben durch die Folgen jährlich etwa 15.000 Vögel, berichtet die Schutzstation Wattenmeer.


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