Matti Nykänen ist tot: So trauern die Skispringer um die Sport-Legende

Helsinki/Oberwiesenthal - Die Wintersportwelt trauert um einen ganz Großen: Skispringer Matti Nykänen ist tot. So reagieren die sächsischen Sportler auf die Nachricht.

Matti Nykänen 1988 bei den Olympischen Spielen in Calgary.
Matti Nykänen 1988 bei den Olympischen Spielen in Calgary.  © DPA

Die finnische Skisprung-Legende starb in der Nacht zu Montag mit nur 55 Jahren (TAG24 berichtete). Nykänen feierte große Olympiasiege, saß aber auch im Gefängnis und machte durch Alkohol-Eskapaden von sich reden: "Die Hölle ist nicht so schlimm, wie mein Leben jahrelang war", beschrieb der frühere Ausnahmeathlet seine Erlebnisse einmal. Nach Angaben des Chefs des finnischen Skisprungverbandes Mika Kulmala war der 55-Jährige seit einiger Zeit krank.

Skispringer Jens Weißflog reagierte bestürzt auf die Nachricht: Auf Instagram schrieb der 54-Jährige: "Matti Nykänen ist gestorben! Die Nachricht hat mich heute erreicht, seht berührt und tief getroffen." Weiter erzählt der Oberwiesenthaler, dass er von Nykänen schon länger nichts gehört hatte. "Er war ein Mensch mit Stärken und Schwächen, wie wir sie alle haben. Auch wenn dunkle Stunden zu seiner Biografie gehören: ich wünsche mir von Herzen, dass in den vielen Schlagzeilen der nächsten Tage der herausragende Skispringer, das Idol unserer Sportart, der Sieger und Champion und die Ikone Finnlands im Mittelpunkt stehen," appelliert Weißflog.

Sein Post schließt mit den Worten: "Mach’s gut Matti, ich erinnere mich gern an sportliche, nervenaufreibende und spannende Momente unserer gemeinsamen Zeit. Seiner Familie spreche ich mein aufrichtiges Beileid aus!"

Sven Hannawald trauert um sein Idol

Jens Weißflog trauert um seinen ehemaligen Konkurrenten Nykänen.
Jens Weißflog trauert um seinen ehemaligen Konkurrenten Nykänen.  © DPA

Auch Vierschanzentournee-Gewinner Sven Hannawald (44) meldete sich zu Wort: "Ich bin bestürzt. Als Kind habe ich ihn im Fernsehen gesehen und bewundert. Er war der Rekordskispringer der damaligen Zeit. Das hat mich beeindruckt", sagte er der Bild. "Er hatte es im Leben nicht einfach, nach seiner aktiven Zeit hat er leider nicht den Halt bekommen, den er gebraucht hätte."

Bei Olympia in Sarajevo 1984 und Calgary 1988 gewann Nykänen insgesamt vier Goldmedaillen und einmal Silber. Viermal holte er sich den Gesamt-Weltcup - das gelang außer ihm bislang nur dem Polen Adam Malysz. Nach der Sport-Karriere kam der Absturz: Er begann zu trinken, jahrelang benebelte der Alkohol seine Sinne. Mit Bierbauch und aufgedunsenem Gesicht versuchte er sich als Stripper und Popsänger.

Auch mit dem Gesetz geriet der zweimalige Vierschanzentournee-Sieger in Konflikt. Nach einer Messerattacke auf einen Freund saß er im Gefängnis. Nach seiner Entlassung im September 2015 griff er seine Ex-Frau tätlich an.

Am kommenden Wochenende gastieren die Skispringer in Lahti. Im Rahmen des Weltcups werde es wohl eine Gedenkfeier geben, kündigte Finnlands Skisprung-Chef Kulmala an.

"Er war der Rekordskispringer der damaligen Zeit", sagte Sven Hannawald über Nykänen.
"Er war der Rekordskispringer der damaligen Zeit", sagte Sven Hannawald über Nykänen.  © DPA

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