Sportmäzen und Frauenkirchen-Förderer Henning A. Thiemann ist tot!

Dresden – Ein Tausendsassa hat Dresden verlassen: Henning A. Thiemann. Der Marketingprofi war Mister Frauenkirchen-Uhr, Mister Presseclub, Mr DSC. Jetzt ist er im Alter von 75 Jahren gestorben.

Henning A. Thiemann im Jahr 2000.
Henning A. Thiemann im Jahr 2000.  © Lutz Hentschel

Wie kaum ein anderer Werbeprofi hatte Thiemann die Dresdner Sport- und Kulturlandschaft seit 1991 geprägt. Thiemann gründete den Dresdner Presseclub, der später ab 1994 den Erich Kästner-Preis verleihen sollte – auch eine Idee von ihm. Den Preis hatten unter anderem so nahmhafte Zeitgenossen wie Ignatz Bubis (1994), Hans Nadler (1997), Richard von Weizsäcker (2003) und Peter Maffay (2007) erhalten.

Er erfand die Frauenkirchenuhr mit Stein, aus der inzwischen eine weltweit gefragte Kollektion geworden ist, und wegen des Spendenanteils mit großen Geldsummen zum Wiederaufbau der Frauenkirche beitrug.

Seine große Liebe galt aber dem Sport. Er förderte ab den 1990er Jahren die DSC-Volleyballerinnen. Er war Vorstandsmitglied beim DSC und zeitweise Leiter. Kürzlich hatte sich der frühere Skilangläufer einer OP unterzogen, die ein altes Knieleiden lindern sollte. Ausgerechnet an den Folgen dieser OP starb er nun, hieß es aus seinem näheren Umfeld.

Thiemann war 1991 aus Kiel nach Dresden gekommen.

In einer ersten Reaktion äußerte sich der "Presseclub Dresden" wie folgt:

Der ehemalige Marketingdirektor der Sparkasse im Jahr 2002.
Der ehemalige Marketingdirektor der Sparkasse im Jahr 2002.

"Unser Presseclub-Gründer und Ehrenpräsident Henning A. Thiemann ist am Sonnabend gestorben. Wir trauern um ihn. Er wurde 75 Jahre alt.

Sein Motto war immer „tu es“. Im Sommer 1991 hat Henning A. Thiemann Journalisten und Pressesprecher von seiner Idee überzeugt, einen gemeinsamen Club zu gründen. Unter seinem Vorsitz wurde der am 6. August 1991 gegründete Presseclub schnell zum größten in Ostdeutschland. Auch der Erich Kästner-Preis war seine Idee. Am Boden des Preises steht der Kästner-Spruch: „Es gibt nichts Gutes außer man tut es“. „Das ist eine Ehrung, die mir sehr am Herzen liegt“, hatte Thiemann einmal gesagt. „Denn hierbei werden die aus meiner Sicht wichtigsten Tugenden gewürdigt: Zivilcourage, Toleranz und das Eintreten für Minderheiten.“ Er war in den Anfangsjahren der Motor des Clubs und hat sich bis zum Schluss zu Wort gemeldet.

Bevor er im Januar 1991 nach Sachsen kam, war er Marketing-Chef der Sparkasse in Kiel. Ihn habe eine unglaubliche Neugier auf den Osten gepackt, sagte er. „Dazu kam der Reiz, ein gesichertes Umfeld über Bord zu werfen, um etwas Neues mit in Bewegung zu bringen. Das war privat nicht immer einfach, erst Ende 1994 konnte ich meine Familie nachholen. Aber ich denke, es hat sich gelohnt.“ Thiemann hat drei Kinder und ein Enkelkind.

Bis zum Herbst 1999 war Henning A. Thiemann Marketing-Direktor und Pressesprecher der Stadtsparkasse Dresden. Bereits 1991 hatte er die Werbekampagne „Sachsen muss wachsen – kauf sächsisch“ angeschoben, mit großem Erfolg. Fast zeitgleich hatte er den Verkauf von Uhren mit Steinen der Frauenkirche aus der Taufe gehoben, um Geld für den Wiederaufbau des Gotteshauses zu sammeln. Mehrere hundert Tausend Uhren wurden verkauft.

Thiemann war ein Hans-Dampf, war unermüdlich. Zeitweise hatte er den Vorsitz im Kuratorium der Hochschule für Bildende Künste und war im Vorstand des DCS-Volleyballs aktiv.

Als er im Herbst 1999 bei der Sparkasse ausschied, gründete er seine „Trainerakademie“ und wurde Mitinhaber und Geschäftsführer der Werbeagentur Heimrich & Hannot. Später konzentrierte er sich darauf, als Kommunikationstrainer und Coach seine Erfahrungen im Marketing weiterzugeben.

Henning A. Thiemann, der seinen Urlaub gern in Sri Lanka verbrachte und dort auch so manches Projekt unterstützte, achtete auf die Gesundheit. Er war in Dresden immer mit dem Fahrrad unterwegs.

Der Presseclub wird sein Andenken in Ehren halten.

Andreas Weller und Bettina Klemm
Vorsitzender und Vorstandsmitglied"

Der amtierende DSC-Präsident Jörg Dittrich sagte am Mittwoch: „Ideenreichtum kennzeichnete das Wirken von Henning A. Thiemann auch beim DSC Volleyball. Im Team mit Klaus Kaiser hat er großen Anteil an der Entwicklung des Vereins in die deutsche Spitze der Sportart. ‚Groß denken, lokal handeln‘, so könnte man seine Arbeit umschreiben. Wir sind traurig über die Nachricht vom plötzlichen Tod von Henning A. Thiemann. Wir werden ihm ein ehrendes Gedenken bewahren.“

Mehr zum Thema Dresden:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0