Kölner Islamist plante "größten Anschlag in Europa"

Köln - Im Zusammenhang mit dem Mitte Juni in Köln festgenommenen Rizin-Bombenbauer Sief Allah H. spricht NRW-Innenminister Herbert Reul vom potenziell "größten Anschlag in Europa".

Polizisten und ein Feuerwehrmann der Analytischen Taskforce bei der Wohnungs-Durchsuchung in Köln-Chroweiler Mitte Juni.
Polizisten und ein Feuerwehrmann der Analytischen Taskforce bei der Wohnungs-Durchsuchung in Köln-Chroweiler Mitte Juni.  © DPA

"Der Mann war fertig mit seinen Vorbereitungen", sagte Reul im Interview mit der "Rheinischen Post". "Es hätte der größte Anschlag in Europa werden können, im schlimmsten Fall mit Tausenden Todesopfern."

In der Wohnung von Sief Allah H. war hochgiftiges Rizin gefunden worden, außerdem wurden Utensilien für einen Sprengsatz entdeckt.

Experten haben bereits eine Meldepflicht für Ausgangsstoffe zur Giftherstellung gefordert. Auch Reul sagte, die Warnlisten müssten erweitert werden. "Es reicht nicht, wenn da nur Explosivstoffe drinstehen."

Im Internet könnten die verwendeten Rizinus-Samen problemlos bestellt werden. "Wir brauchen auch eine Art Frühwarnsystem. Wir müssen dafür sorgen, dass Händler aufgeklärt werden. Sie müssen sich bei den Behörden melden, wenn bestimmte Stoffe in auffälliger Menge bei ihnen bestellt werden."

Der Islamist hatte in seiner Hochhauswohnung wochenlang aus online bestellten Rizinus-Samen das tödlich wirkende Rizin hergestellt, einen potenziellen biologischen Kampfstoff. Nach Einschätzung von Sicherheitsbehörden plante der Tunesier einen Anschlag mit einer Biobombe.

Dabei habe er nach bisherigen Ermittlungen aber auf eigene Faust gehandelt. "Er fiel nicht in Moscheen oder entsprechenden Vereinen der salafistischen Szene auf", sagte Reul. "Er ist auch noch gar nicht so lange in Deutschland gewesen." Es spreche viel dafür, dass er allein gehandelt hat.

Titelfoto: DPA


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