Galgenfrist für Herforder Pils: "Verkauf letzte Option"

Die Herforder Brauerei wurde 2007 von der Warsteiner Gruppe übernommen.
Die Herforder Brauerei wurde 2007 von der Warsteiner Gruppe übernommen.

Herford - Die Herforder Brauerei steht mit dem Rücken zur Wand. Seit 2007 gehört die Marke zur Warsteiner Gruppe, die am Donnerstag bekannt gab, knapp 240 Mitarbeiter zu entlassen und neu aufzustellen.

Warsteiner kämpft seit Jahren gegen die drastisch sinkenden Zahlen. In 2007 gab es einen Absatzrückgang von minus 4,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, in den letzten zehn Jahren sogar ein Minus von 27,9 Prozent.

Aus diesem Grund hat Warsteiner eine Unternehmensberatung engagiert, die ein "Zukunftsprogramm" erarbeitet hat. Kernpunkte sind Mitarbeiterentlassungen, Ausbau von starken Bereichen und eine neue Unternehmensstruktur.

Insgesamt will die Brauer knapp 250 Millionen Euro investieren, um vor allem die Bier-Marken "Warsteiner" und "König Ludwig" zu stärken. Entsprechend ist auch die Brauerei aus Ostwestfalen betroffen, die durch ihr Herforder Pils bekannt ist.

Allerdings ist schon jetzt klar, dass in Herford zunächst keine Mitarbeiter entlassen werden sollen. Damit der Standort überleben kann, wird nun ein Partner gesucht.

Alessandra Cama (50) ist Geschäftsführerin für die Bereiche Strategie und Unternehmensentwicklung sowie für Marketing und Vertrieb.
Alessandra Cama (50) ist Geschäftsführerin für die Bereiche Strategie und Unternehmensentwicklung sowie für Marketing und Vertrieb.

"Sie ist nicht mehr im Alleingang wirtschaftlich zu stemmen", erklärte Alessandra Cama (50) der Neuen Westfälischen. Sie ist Geschäftsführerin für die Bereiche Strategie und Unternehmensentwicklung sowie für Marketing und Vertrieb.

"Es ist unsere Anstrengung, dass der Standort mit den Mitarbeitern erhalten bleibt", versuchte die 50-Jährige zu erläutern. Damit in Herford weiter Pils gebraut werden kann, wären hohe Investitionen notwendig.

Verschiedenste Modelle sind denkbar: Zum Beispiel ein starker Partner, der gemeinsam mit Warsteiner in Herford braut oder ein Joint Venture. "Die letzte Option ist ein Verkauf", versicherte die Geschäftsführerin.

Ein einjährigen Zeitplan hat sich Warsteiner auferlegt, um den Standpunkt Herford zu neu aufzustellen. Gründe für den kontinuierlichen Rückgang des Absatzes liegen auf der Hand.

Das Konsumverhalten der Biertrinker hat sich in Deutschland massiv verändert. 1980 lag der Schnitt pro Person noch bei 145,9 Liter pro Jahr, mittlerweile nur noch bei 104,1 Liter pro Jahr.

"Zudem trinken die jungen Menschen heute weniger Bier als die älteren", so Cama weiter. Eine langfristige Planung ist nun entscheidend. Inzwischen gibt es auch eine immense Auswahl für den Konsumenten.

Die Warsteiner Gruppe sucht weiterhin einen starken Partner für Herforder Pils.
Die Warsteiner Gruppe sucht weiterhin einen starken Partner für Herforder Pils.

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