Achtung, Cyber-Pädophile: Das sind die Warnsignale

Herford – Wieder wurde ein junges Mädchen (16) Opfer von Cyber-Pädophilen. Die Beratungsorganisation Femina Vita in Herford verzeichnet bis zu drei dieser Fälle im Monat, die Dunkelziffer ist jedoch höher.

Die Ermittlerin fahndet nach Pädophilen im Netz.
Die Ermittlerin fahndet nach Pädophilen im Netz.  © DPA/Picture Alliance

Pädophile versuchen meist über soziale Netzwerke Kontakt zu ihren Opfern aufzunehmen, wie auch der jüngste Fall einer 16-jährigen Herforderin zeigt.

Oft bekommen die Eltern gar nicht oder nur zufällig von der Gefahr mit, in der sich ihre Kinder befinden. "Ich bin ganz zufällig auf die Chatverläufe gestoßen, als ich zum Telefonieren das Smartphone meiner Tochter nutzte", erklärte die Mutter des belästigten Mädchens gegenüber der Neuen Westfälischen. In den Chats habe sie pornografische Bilder gefunden und gleich Anzeige erstattet.

Die Beratungsorganisation Femina Vita in Herford erfasst die sexuellen Belästigungen im Netz. „Wir haben monatlich zwischen einem und drei dieser Fälle", berichtet Silvia Neldner, Mitarbeiterin der Organisation, „die Dunkelziffer in diesem Bereich ist jedoch hoch."

Doch wodurch werden die Täter angestachelt? Polizeisprecher Uwe Maser erklärt sich die Vorfälle wie folgt: "Kinder und Jugendliche präsentieren sich oft zu freizügig, weil sie ihren Idolen in den sozialen Netzwerken nacheifern. Die Aussichten auf Likes und Follower lasse die Kinder zu arglos vorgehen, statt für ihre Profile den Status "nicht öffentlich" zu wählen."

Was können Eltern tun?

Regelmäßige Handy-Kontrollen dienen dem Schutz der Kinder.
Regelmäßige Handy-Kontrollen dienen dem Schutz der Kinder.  © 123RF Symbolbild

Eltern sollten die Handys ihrer Kinder regelmäßig kontrollieren, auch wenn dies als Eingriff in die Privatsphäre gewertet wird.

"Im realen Leben bekommen die Eltern ja auch mit, mit wem sich ihr Kind trifft", so Expertin Silvia Neldner "mit dem Internet und dem Handy gibt es aber ganz andere Möglichkeiten für Pädophile, ihre Opfer anzusprechen und es geht keiner dazwischen."

Die Anonymität im Netz bietet eine breite Angriffsfläche für sexuelle Belästigung, man kann sich jedoch dagegen schützen:

  • Chats als mögliche Beweise speichern
  • niemals persönliche Daten wie Name, Adresse, Familie und Freunde nennen
  • keine Fotos von sich verschicken.
  • nicht zu Treffen mit Chat-Bekanntschaften gehen
  • bei sexueller Belästigung im Chat umgehend Hilfe holen

Femina Vita hat seinen Sitz an der Höckerstraße 13 in Herford. Erreichbar sind die Expertinnen unter Tel. (0 52 21) 5 06 22 oder mail@feminavita.de. Mehr Infos im Netz: www.feminavita.de


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