Drogenermittler geschockt: Unrechtsbewusstsein bei jugendlichen Kiffern fehlt

Oft fallen Jugendliche in der Schule auf, wenn sie bekifft in den Unterricht kommen.
Oft fallen Jugendliche in der Schule auf, wenn sie bekifft in den Unterricht kommen.  © DPA

Herford - Es gibt immer mehr Verfahren gegen Schüler, die wegen Drogen-Konsum auffällig geworden sind. Herforder Drogenermittler schlagen mittlerweile Alarm.

Die Jugendlichen werden bei der Beschaffung immer kreativer. Erst vor zwei Wochen wurde ein 15-Jähriger geschnappt, der sich 15 Gramm Drogen gekauft hatte.

"Das Geld für die Drogen – 100 Euro – hatte er von seinem Vater erhalten, um sich dafür eine Hose zu kaufen", wird Kriminalhauptkommissar Andreas Halemeyer in der Neuen Westfälischen zitiert.

"Wir verzeichnen aktuell eine Zunahme der Fälle, bei denen es um Cannabis geht." Waren es früher vor allem synthetische Substanzen wie Ecstasy, wegen denen Schüler auffällig wurden, sind es mittlerweile Drogen aus Hanf.

An Schulen wird immer dann Alarm ausgelöst, wenn Schüler bekifft in den Unterricht kommen - keine Seltenheit mehr! Die meisten verspüren nicht mal ein Unrechtsbewusstsein, wenn sie auffliegen: "Viele tun in den Vernehmungen so, als wenn wir ihnen nichts könnten und verharmlosen."

Wie die Jugendlichen reagieren, hängt oft auch von ihrem Elternhaus ab. Manche Eltern meinen nämlich: "Wir haben ja in unserer Jugend selbst gekifft." Etwas Schlimmes finden sie dann oft nicht daran, wenn der Nachwuchs es auch tut.

Fliegt jemand wegen Drogen auf, muss das auch dem Straßenverkehrsamt mitgeteilt werden. "Gerade bei Kids ist der Führerschein ein gutes Druckmittel. Hier lässt sich noch eine Verhaltensänderung erwirken."

Wer volljährig ist, kann gleich seinen Führerschein abgeben. Minderjährige dürfen für Monate gar nicht erst einen Führerschein machen.

Ein weiteres beliebtes Druckmittel der Ermittler: Das Smartphone der Jugendlichen. Das wird während des Verfahrens sichergestellt und ausgewertet.

Titelfoto: dpa, 123rf


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