Flüchtlings-Familie will zurück in den Irak, aber ein Formfehler hindert sie daran

Herford - Immer wieder kommt es vor, dass Flüchtlinge freiwillig in ihr Heimatland zurückkehren wollen. Während einige nur durch Abschiebeflüge aus der Bundesrepublik zwangsabgeschoben werden können, möchten sie aus verschiedenen Gründen einfach nur nach Hause (TAG24 berichtete).

Rückkehrberater Hussien Khedr bewirkte schließlich, dass die falschen Dokumente korrigiert werden.
Rückkehrberater Hussien Khedr bewirkte schließlich, dass die falschen Dokumente korrigiert werden.

Zu ihnen gehören auch Jihad Al Muslim, seine syrische Ehefrau Wisam Ququ und die drei Söhne. Vor gut drei Jahren kamen sie nach Deutschland. "Ich wollte mir und meiner Familie ein sicheres und freies Leben aufbauen. Aber all meine Pläne und Träume sind in Deutschland geplatzt", erzählt der 36-Jährige gegenüber der Neuen Westfälischen.

Weil er hier mittlerweile nur noch geduldet wird und keine Aufenthaltsgenehmigung bekam, möchte er zurück in den Irak. Doch es gibt ein Problem! Wegen eines Formfehlers ist die Ausreise nicht möglich. Seit zwei Jahren sitzen sie in Deutschland fest. Als die Zwillingssöhne des Ehepaars am 16. Juni 2016 in Hannover zur Welt kamen, unterlief dem dortigen Standesamt ein folgenschwerer Fehler bei der Erstellung der Geburtsurkunde.

Bei Qaswara lief noch alles glatt: Er wurde als "männlich" dokumentiert. Anders sein Bruder Haydara, der fälschlicherweise als "weiblich" eingetragen wurde. Außerdem wurde Jihad Al Muslim nicht als Vater eingetragen. Mit diesen Papieren darf die Familie nicht ausreisen.

"Ich fühle mich hier wie in einem Gefängnis", erzählt der 36-Jährige. "Ich darf nicht arbeiten. Ich darf nicht zur Schule. Ich darf nicht reisen." Der psychische Stress übertrage sich bereits auf die Kinder.

Erst nachdem sich die Familie an Rückkehrberater Hussien Khedr wendete, konnte am 19. Mai am Amtsgericht Hannover erwirkt werden, dass die falschen Dokumente endlich korrigiert werden. "Wir hoffen, dass wir dann im Juni in den Irak ausreisen können."

Jihad Al Muslim, seine syrische Ehefrau Wisam Ququ und die gemeinsamen drei Söhne wollen zurück in den Irak.
Jihad Al Muslim, seine syrische Ehefrau Wisam Ququ und die gemeinsamen drei Söhne wollen zurück in den Irak.