Ohne Probleme! Türkei verlängert Ausweis von IS-Terrorist

Ein Maschinengewehr gehörte zu Murat D.s Grundausstattung.
Ein Maschinengewehr gehörte zu Murat D.s Grundausstattung.

Herford - Während zahlreiche deutsche Journalisten und Menschenrechtler in der Türkei im Gefängnis sitzen und auf ihren Prozess warten, weil sie angeblich Terrororganisationen unterstützen, scheinen es gewaltbereite Islamisten aus Deutschland einfacher zu haben.

Zumindest in der Vergangenheit! Das zeigt der Fall Murat D., der in Herford geboren wurde. Für den Islamischen Staat (IS) zog er in den Krieg - und kam dort 2016 ums Leben.

In der Türkei konnte er sich frei bewegen, ohne Gefahr zu laufen, inhaftiert zu werden. Und das, obwohl sein Name laut Informationen der Neuen Westfälischen an die türkischen Sicherheitsbehörden weitergegeben wurde.

Von der Türkei aus reiste Murat D. bereits 2013 nach Syrien. Ein Geschäft in der türkischen Stadt Gaziantep diente als Kontaktstelle. Auch das war Sicherheitsbehörden bekannt - trotzdem wurde nichts unternommen.

Auf dem Ausweis steht, dass das Dokument am 3. September 2014 verlängert wurde.
Auf dem Ausweis steht, dass das Dokument am 3. September 2014 verlängert wurde.

Später wurde Murat D. in der IS-Hochburg Rakka, die mittlerweile befreit wurde, gesehen.

Von dort aus postete er über Facebook sogar Fotos unter seinem Kämpfernamen "Abu Davud al Almani" (mittlerweile gelöscht). Maschinengewehre gehörten zu seiner Standardausrüstung.

Und genau dieser Mann, der als IS-Kämpfer bekannt war, konnte sich nicht nur in der Türkei bewegen, sondern auch problemlos dort seinen Ausweis verlängern. Ausgestellt wurde sein neuer Perso am 3. September 2014.

Im Frühjahr 2016 wurde er bei Kämpfen nahe Rakka getötet. Kurdische Einheiten fanden damals seinen Ausweis, der jetzt für Aufsehen sorgt.

"Die SDF findet seinen Pass in Tabqah und beweist wieder einmal das der Terrorstaat Türkei der Hauptunterstützer des IS und des weltweiten Terrors ist", heißt es in einem Post auf Facebook.

Einen Kommentar vom Bundesamt für Verfassungsschutz in Köln gibt es mit Verweis auf die Persönlichkeitsrechte nicht.


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