"Pizza ohne Papperlapapp": Kartons sind künftig aus Plastik

Herford – Hendrik Single (26) hat es geschafft: Er hat einen Mehrweg-Pizza-Karton entwickelt, der umweltfreundlicher sein soll, als die allgegenwärtigen Papierkartons.

Hendrik Single entwarf die umweltfreundlichen Pizza-Kartons.
Hendrik Single entwarf die umweltfreundlichen Pizza-Kartons.

Hendrik Single ist ein Unternehmer aus Herford. Er entwickelte die Pizza-Bows aus Plastik, berichtete die Neue Westfälische.

Richtig gelesen! Die neuen Pizzakartons sind aus Plastik. Und das soll umweltfreundlicher sein?

Auf jeden Fall. Denn so lässt sich der Papiermüll erheblich reduzieren. Die sperrigen Kartons in denen üblicherweise die leckeren Pizzastücke transportiert werden landen schließlich direkt in der Tonne.

Mit Singles Mehrweg-System kann über die Hälfte der Pappmenge eingespart werden: Mit den achteckigen grünen Boxen aus Hartplastik müssen Lieferdienste nur einen dünnen Pappteller einsetzen und wenn nötig mehrere Pizzen stapeln.

Seit März 2018 vertreibt Single die neuartigen Pizza-Boxen. Drei Lieferdienste aus Herford nutzen diese bereits. "Mein Traum war es immer schon, mein eigener Chef zu sein und mir nach und nach ein eigenes Team aufzubauen", so der 26-jährige Jung-Unternehmer.

Start-Up-Unternehmen aus Herford will groß hinaus

Der sperrige Papiermüll der Kartons soll so eingespart werden.
Der sperrige Papiermüll der Kartons soll so eingespart werden.

Zunächst startete er alleine: "Wenn viel zu tun ist, helfen die Familie und Kumpels", erklärt der Unternehmer. Als Slogan für seine Erfindung wählte der Herforder mit "Pizza ohne Papperlapapp" einen passenden Titel.

Für das neue Jahr hat sich der Unternehmer einiges an Marketing-Maßnahmen einfallen lassen: "Am liebsten würde ich in ganz Deutschland, später auch gerne in ganz Europa Pizzadienste mit dem Bot ausstatten. Die Endkunden lieben das. Sie haben den ganzen Müll eben nicht mehr zu Hause. Wenn der Pizzabote kommt, wartet er kurz. Der Kunde kann in der Küche schnell die Pizza auf Teller legen, und sowohl die Box als auch der dünne Pappteller nimmt der Bote gleich wieder mit", erläuterte Single.

Die Feinschmecker sind also schon überzeugt, schwieriger ist das mit den Lieferdiensten. "Der Pizzabäcker an sich möchte sich nicht so gerne umgewöhnen", resümierte Single. Doch sein System bietet viel weniger Falt-Aufwand: "Ein normaler Pizzadienst kommt mit 50 Boxen gut zurecht. Und vor der Auslieferung muss nur kurz der Pappteller in die Box hineingedrückt werden. Lagerplatz entfällt", sagte Single.

"Die Papierkartonagen nehmen deutlich mehr Platz in Anspruch als die dünnen Teller. Und die Boxen sind schnell zu reinigen. Für gewöhnlich fällt nur ein bisschen Schwitzwasser an, das mit einem feuchten Tuch leicht und schnell auszuwischen ist", betonte Single die Vorteile seiner Erfindung.

Single absolvierte an der Hochschule OWL in Lemgo seinen Masterabschluss im Bereich Produktion und Management. "Ich bin davon überzeugt, dass im Mehrweg die Zukunft liegt", zeigte er sich positiv gestimmt.

"Das geht so gut wie nicht kaputt, ist gut zu reinigen und lebensmittelecht. Die Pizza, die mit dem Bow geliefert wird, schmeckt übrigens auch nicht mehr so nach Pappe", hebt Single hervor.

"Nicht zuletzt deshalb bestelle ich auch nur noch bei den Diensten, die mit meinem Pizza-Bow liefern", erklärte er schmunzelnd. "Das ist dann meist meine Lieblings-Pizza - mit Feta, Peperoni und Döner-Fleisch."


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