Überfall auf Juwelier: Dieser Hotelchef ist der Held von Herford

Philipp Zaky (26) beobachtete aus dem Fenster heraus, wie die Männer in das Hotel kamen.
Philipp Zaky (26) beobachtete aus dem Fenster heraus, wie die Männer in das Hotel kamen.

Herford - Seit fünf Jahren betreibt Philipp Zaky den Münchner Hof in der Herforder Innenstadt. Doch was er am Donnerstagabend erlebte, wird der 26-Jährige so schnell nicht wieder vergessen.

Nach dem bewaffneten Überfall auf ein Juweliergeschäft an der Berliner Straße hatten sich die drei Räuber (20, 22 und 34) in dem nahe gelegenen Hotel verschanzt. Ein Spezialeinsatzkommando stürmte das Hotel gegen 21.35 Uhr und konnte die Täter festnehmen.

"Ich war in meiner Wohnung, habe aus dem Fenster geschaut und zwei Männer gesehen", erzählt Zaky der Neuen Westfälischen von dem Abend. "Einer zog seine Jacke aus und warf sie in die Mülltonne unserer Nachbarn.

Dann habe ich gesehen, dass er eine Pistole dabei hatte, sie in seine Hose steckte. Ich habe sofort unten an der Rezeption meine Lebensgefährtin angerufen und gesagt, dass Männer mit Waffen ins Haus kommen. Bis dahin hatte ich noch nichts von dem Überfall gehört."

Das SEK stürmte um 21.35 Uhr das Hotel Münchner Hof in Herford.
Das SEK stürmte um 21.35 Uhr das Hotel Münchner Hof in Herford.

Dank des schnellen Handelns von Zaky saßen die Täter in der Falle. "Ich habe den Fahrstuhl gesperrt, die Eingangstüren des Hotels abgeschlossen."

Er gab den Beamten Schlüssel und einen Lageplan des Hotels. Die Räuber hatten nicht mitbekommen, dass die Polizei den Bereich an der Berliner Straße abgesperrt hatte, weil die Fenster ihrer Zimmer, die sie belegt hatten, zu einer anderen Seite zeigten.

Die Juwelierin Elgin Krüger ist "dankbar, dass die Täter durch Herrn Zaky so schnell gefasst werden konnten." Der Schock nach dem Überfall sitzt bei allen Beteiligten noch immer tief. "Meiner Kollegin geht es nicht so toll. Ich bin nur froh, dass keinem etwas passiert ist.

Die Arbeit der Polizei war super. Der Schaden - bis auf den psychischen - hält sich in Grenzen", sagt sie. "Jetzt hoffen wir, dass die Täter ihre gerechte Strafe bekommen."

Alle Tatverdächtigen, gegen die mittlerweile Haftbefehl erlassen wurde, stammen aus Italien. Die gesamte Beute und eine Tatwaffe, mit der sie den Juwelier überfallen haben, wurden sichergestellt.


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