Muslimin darf mit Kopftuch kein Praktikum im Krankenhaus machen

Herne - Eine Studentin (20), die im Marien Hospital in Herne (NRW) ihr Praktikum antreten wollte, erlebte eine unangenehme Überraschung. Das Krankenhaus teilte ihr mit, dass dies mit Kopftuch nicht möglich sei.

Kopftuch in der Öffentlichkeit tragen oder nicht. Die Diskussionen gehen weiter. (Symbolbild).
Kopftuch in der Öffentlichkeit tragen oder nicht. Die Diskussionen gehen weiter. (Symbolbild).  © Wolfram Steinberg/dpa

Wegen dieses Kleidungsstücks wurde der 20-Jährigen schon bei der Begrüßung mitgeteilt, dass mit Kopftuch es nichts aus ihrem Praktikum werden würde, berichtet WAZ exklusiv.

Daraufhin soll die Muslimin wieder nach Haus gegangen sein.

"Das Tragen von Kopftüchern sei in den Krankenhäusern der St. Elisabeth-Gruppe nicht erlaubt", so das Statement, des Geschäftsführers der St. Elisabeth-Gruppe zu der das Marien Hospital in Herne gehört, gegenüber der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung.

"Entsprechend erwarten wir von unseren Mitarbeitern ein neutrales Erscheinungsbild am Arbeitsplatz, an dem die Behandlung der Patienten im Fokus steht", sagte Geschäftsführer Theo Freitag dem Medium. Die Aussage der Kopftuch tragenden Frau hört sich komplett gegenteilig an: "Das ist sowohl moralisch als auch menschlich äußerst verwerflich", so das sich diskriminiert fühlende Opfer.

Erst vor wenigen Monaten hatte sich das nordrhein-westfälische Integrationsministerium Gedanken über ein Kopftuchverbot in Schulen und Kitas gemacht, war aber schließlich davon abgerückt.

Dass Schülerinnen in NRW kein Kopftuch mehr tragen dürfen, ist vorerst vom Tisch (Symbolbild).
Dass Schülerinnen in NRW kein Kopftuch mehr tragen dürfen, ist vorerst vom Tisch (Symbolbild).  © Frank Rumpenhorst/dpa

WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0