Wie aus dem "Herrenschuh" der "Hecht" wurde

Dresden - Seit Sommer 1961 warb der von der Dresdner Firma "Neon-Müller" gebaute gelb-blaue Schriftzug "Der elegante Meißner Herrenschuh" für ein Schuhgeschäft gleich um die Ecke.

Im April stand der Hecht-Schriftzug noch auf der Fläche vor dem ehemaligen Standort. Aktuell wird dort bereits gebaut.
Im April stand der Hecht-Schriftzug noch auf der Fläche vor dem ehemaligen Standort. Aktuell wird dort bereits gebaut.  © Christian Juppe

Zwei Dresdner retteten Teile der Leuchtbuchstaben 2011 vor dem Schrott. Jetzt ist die Zukunft der Reklame klar.

"Gefühlt war die Werbebotschaft immer der Eingang zum Hecht. Für viele Bewohner ist es ein Stück Heimat", sagt Katrin Köhler (44) vom HechtViertel-Verein, der nun 1500 Euro Spenden sammeln will.

Mit dem Geld sollen die gesicherten Überreste der Werbetafel, die nun den Schriftzug "Der Hecht" bilden, am Aufgang zum S-Bahn-Haltepunkt Bischofsplatz angebracht und das Genehmigungsverfahren finanziert werden.

"Die Gespräche mit der Bahn laufen gut, es könnte losgehen", sagt Fabian Münzner (40).

Mit ihm und Gero Dumrath (49) begann auch die (halb legale) Rettungsaktion des Schriftzuges: 2011 war klar, dass die Buchstaben wegkommen. "Gero holte sie in letzter Minute vom Schrott. Er fragte Bauarbeiter, ob er sie haben kann, und ist so irgendwie zum Eigentümer geworden", erinnert sich der gelernte Kaufmann.

Weil einige Buchstaben tatsächlich Schrott waren, schweißten Künstler damals gleich um die Ecke aus den Überresten zumindest den neuen Schriftzug. Der zierte anschließend jahrelang die "Grüne Ecke" gleich vor dem einstigen Standort.

Doch dort wird mittlerweile ebenfalls gebaut. Die Überreste des "eleganten Herrenschuhs" mussten also erneut weichen. Aktuell warten sie, geschützt vor Wind und Wetter, auf den nun hoffentlich endgültigen Bestimmungsort.

"Der Aufgang zu den Gleisen passt gut. Irgendwie ist dort jetzt das neue Tor zum Hecht entstanden", so Münzner. Über den HechtViertel-Verein, der sich dauerhaft engagieren will, werden die Spenden gesammelt. Knapp 400 Euro übernimmt Fabian Münzner, der gemeinsam mit seiner Frau den Blumenladen "Hechtblume" führt.

Der Rest soll aus dem Viertel kommen. Kommt mehr Geld zusammen, könnte etwa eine Info-Tafel die Geschichte der Rettung erzählen.

Für viele Dresdner war dieser Schriftzug, hier fotografiert im Jahr 2003, der Eingang zum Hecht. Bis 1988 leuchtete die 1961 angebrachte Reklame der Firma "Neon Müller".
Für viele Dresdner war dieser Schriftzug, hier fotografiert im Jahr 2003, der Eingang zum Hecht. Bis 1988 leuchtete die 1961 angebrachte Reklame der Firma "Neon Müller".  © Steffen Füssel
Gero Dumrath (49, v.l.), Katrin Köhler (44) und Fabian Münzer (40) mit Plakat am neuen Standort.
Gero Dumrath (49, v.l.), Katrin Köhler (44) und Fabian Münzer (40) mit Plakat am neuen Standort.  © Ronald Bonß

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