Nürnberg wird zum Wegweiser: Kann Hertha den Rückrunden-Fluch brechen?

Berlin - Der Trainer erwartet absolutes Engagement, der Manager warnt: Für Hertha BSC geht es im ersten Pflichtspiel des Jahres 2019 nicht nur um drei Punkte, sondern auch um ein deutliches Signal. Michael Preetz erwartet von den Berliner Profis eine andere Einstellung als in den letzten drei Spielen der Hinrunde, als nur ein Punkt geholt wurde.

Pal Dardai will zurück zu den Basics.
Pal Dardai will zurück zu den Basics.  © DPA

"Nürnberg wird noch einmal Anlauf nehmen, sich aus der unteren Tabellenregion zu befreien", erklärte der Manager des Berliner Fußball-Bundesligisten: "Sie werden kämpfen. Wir müssen bereit sein, das auszugleichen." Hertha tritt am Sonntag (15.30 Uhr) beim Tabellen-Schlusslicht 1. FC Nürnberg an. Der Club ist seit elf Spielen ohne Sieg.

"Die Spieler sind einfach bissig, die Atmosphäre im Training passt", sagte Trainer Pal Dardai. Diese positive Stimmung müsse sein Team nun mit nach Franken nehmen, forderte er. "Wir sind fleißig. Aber die Lauf- und Zweikampfquote in der Bundesliga - das sieht nicht gut aus. Das müssen wir verändern", ergänzte der Ungar vor dem Rückrundenstart. Die Berliner liegen nach den Samstag-Spielen mit 24 Punkten in der Tabelle auf Rang neun. Durch den schwachen Hinrunden-Abschluss vergaben sie eine bessere Ausgangsposition.

Auch in der Vorbereitung lief nicht alles rund. "Klar ist, dass wir uns anders präsentieren müssen als beim Telekom Cup. Da hat der Trainer uns zurecht kritisiert", sagte Kapitän Vedad Ibisevic.

Nürnberg wird bereits der erste Wegweiser, ob es gelingt, endlich einmal auch eine gute Rückrunde hinzulegen. "Wir wollen das Beste aus uns herauskitzeln und dort gewinnen. Aber auch für die Nürnberger ist es eine wichtige Partie, sie stehen unten und wollen mit einem Sieg neue Kraft im Abstiegskampf tanken", bemerkte Routinier Ibisevic. Herthas letzter "Dreier" in Nürnberg liegt 16 Jahre zurück. Fünf Heimsiege und zwei Remis feierte der FCN seitdem gegen die Berliner.

Nürnberg scheint Vedad Ibisevic zu liegen. In den letzten sechs Spielen, traf er fünfmal.
Nürnberg scheint Vedad Ibisevic zu liegen. In den letzten sechs Spielen, traf er fünfmal.  © DPA

Zuletzt hatte Hertha in Liga eins in der Saison 2009/10 in der Rückrunde mehr Punkte gesammelt als in der Hinrunde: Allerdings reichten damals die 18 Zähler im Frühjahr auch nicht, um den Abstieg zu vermeiden.

Auch unter Dardai konnte der Fluch bisher nicht gebrochen werden: In der ersten Saison unter dem Ungarn folgten 2015/16 starken 32 Punkten in der Hinrunde (Platz drei) nur noch 18 Zähler in der zweiten Saisonhälfte (Platz 7). Ein Jahr später fügten die Berliner ihren 30 Hinrunden-Punkte noch 19 Zähler in der Rückrunde hinzu. 2017/18 gab es 24 Punkte bis zu Weihnachten, danach lediglich 19.

"Die Frage, weshalb wir in den vergangenen Saisons immer schlechter gepunktet haben als in der Hinrunde, haben wir uns selbst schon oft gestellt. Aber einen richtigen Grund haben wir nicht gefunden. Wir haben nicht schlechter oder weniger trainiert. Aber für uns ist der Reiz umso größer, diese Bilanz zu ändern. In meiner Zeit bei Hertha hatten wir auch schon eine Phase, in der wir auswärts nichts geholt haben. Diese Statistik haben wir auch widerlegt", sagte Ibisevic.

Der Stürmer erzielte in seinen letzten sechs Ligapartien gegen Nürnberg fünf Treffer. Auch im Hinspiel war er erfolgreich. Beim 1:0 der Berliner im Hinspiel gelang Ibisevic das Siegtor.

Der angeschlagene Abwehrmann Jordan Torunarigha fehlt in Nürnberg wie auch Ersatztorhüter Thomas Kraft, die beiden Holländer Javeiro Dilrosun und Derrick Luckassen sowie Mathew Leckie. Der lange verletzte Spielmacher Marko Grujic ist dagegen mit nach Franken gereist, könnte nach längerer Verletzungspause zu einem Kurzeinsatz kommen.

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