Cunha vor Hertha-Debüt: Reißt Nouris Horror-Serie?

Berlin - Bei all dem Trubel um Jürgen Klinsmann, ist es fast schon untergegangen, dass die Berliner nun endlich ihre erhoffte Verstärkung in der Offensive bekommen haben. Matheus Cunha, der Brasiliens U23-Auswahl zu Olympia geschossen hatte, landete am Mittwoch in Berlin. Sein Cheftrainer war da schon weg.

Alexander Nouri wird der Nachfolger von Jürgen Klinsmann.
Alexander Nouri wird der Nachfolger von Jürgen Klinsmann.  © Andreas Gora/dpa

Klinsmann hatte am Dienstagmorgen überraschend seinen Rücktritt erklärt - nach gerade mal 76 Tagen! Eigentlich wollte der ehemalige Bundestrainer seinen Sitz im Aufsichtsrat behalten, doch spätestens seit der Pressekonferenz am Donnerstag ist klar: Klinsmann hat bei Hertha BSC keine Zukunft mehr!

Sein bisheriger Co-Trainer Alexander Nouri steigt zum Chef auf und soll zusammen mit Markus Feldhoff die Berliner vor dem Abstieg bewahren. "Die Endgültigkeit hat mich auch sehr überrascht. Ich habe am Dienstagvormittag davon erfahren, kurz bevor die Mannschaft informiert wurde", erklärte Nouri auf der Pressekonferenz.

Dass er Klinsmann folge und ebenfalls zurücktrete, kam für ihn und sein Team nicht infrage. "Für uns war klar, dass wir unseren Vertragspflichten nachkommen. Wir haben eine Verantwortung gegenüber dem Verein."

Nach dem bitteren Pokal-Aus und den Rassismus-Vorfällen gegen Jordan Torunarigha kassierte der Hauptstadt-Klub prompt ein 1:3 gegen Mainz 05. Klinsmann begründete die Niederlage unter anderem damit, dass die Ereignisse nicht spurlos an seinem Team vorbeigegangen sei.

Alexander Nouri wartet seit 21 Spielen auf einen Sieg

Matheus Cunha landete erst am Mittwoch in Berlin.
Matheus Cunha landete erst am Mittwoch in Berlin.  © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Das soll sich nach all dem Trubel in Berlin gegen Paderborn nicht wiederholen. "Die Mannschaft ist sehr konzentriert. Sie hat sehr gut mitgezogen. Alle sind Profis. Ich gehe davon aus, dass sie bereit ist."

Auf Hertha warten schwere Spiele. Die nächsten vier Gegner Paderborn, Köln, Düsseldorf und Bremen stecken wie die Alte Dame im Abstiegskampf. Die Chance sich endlich abzusetzen oder noch tiefer hineinzugeraten. Dennoch liegt der Fokus auf dem nächsten Spiel - und das ist beim Tabellenletzten Paderborn.

"Sie spielen eine tolle Saison, auch wenn sie Letzter sind. Es ist eine junge Mannschaft, die begeisternden offensiven Fußball spielt und nicht nachlässt. Es wird eine Hürde sein", sagte Manager Michael Preetz.

Die Bilanz von Nouri ist nicht gerade vielversprechend. Der ehemalige Werder- und Ingolstadt-Coach wartet als Chefcoach saisonübergreifend seit 21 Spielen auf einen Sieg.

Eine komplett neue Hertha dürften die Fans vermutlich nicht erwarten. "Es macht wenig Sinn alles über den Haufen zu werfen. Wir waren fußballerisch auf einem guten Weg. Diesen Weg wollen wir fortsetzen", so Nouri.

Womöglich sogar mit Cunha! Dem 20-Jährigen winkt sein Hertha-Debüt. "Wir freuen uns, dass er da ist. Er hat gezeigt, dass er bereit. Ich gehe davon aus, dass er mit dabei ist."

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