Bei Hertha abgeblitzt: Wird dieser Berliner in Amerika ein Star?

Berlin/Akron - Der MLS SuperDraft 2019 ist das Fußball-Highlight der amerikanischen Profi-Liga. 60 Talente versuchen über drei Tage ihr Können den anwesenden MLS-Scouts zu zeigen. Im Fokus steht der Berliner Torwart, Ben Lundt.

Ben Lundt spielte von der U17 bis zur U23 für Hertha BSC.
Ben Lundt spielte von der U17 bis zur U23 für Hertha BSC.  © Imago

Die MLS ist die höchste amerikanische Profi-Fußball-Liga. Um die Liga spannend zu halten, rief die MLS einen Draft (Nachwuchsrekrutierung) ins Leben. Zweck dahinter: die gerechte systematische Verteilung von jungen College-Spielern.

Da nur die besten Talente der Colleges berücksichtigt werden, ist das Erreichen des Drafts eine Riesenchance Profi-Fußballer zu werden.

Diese Möglichkeit bekommt nun ein Berliner Junge, Ben Lundt (23). In einem Interview mit "Transfermarkt.de" sprach er nun, über Chancen, Scheitern und seine Zukunftswünsche.

Der 1,98 Meter große Torwart durchlief die Hertha-Jugend und spielte größtenteils in der zweiten Mannschaft.

Seine Chancen auf einen Profi-Vertrag fielen eher gering aus, denn in seinem Jahrgang herrschte mit Publikumsliebling Marius Gersbeck starke Konkurrenz.

Da Lundt seine Karriereplanung auch abseits voran treiben wollte, zog er in Betracht, Fußball mit einem Studium zu kombinieren. Da diese Konstellation in Deutschland schwer umzusetzen war, sah er sich nach anderen Alternativen um.

Der Torwart trat mit Martin Zaluk in Kontakt, der mit seiner Berateragentur junge deutsche Fußballer an amerikanische Colleges (MZTA) vermittelt. "Er hat mir von einem Studium in den Staaten erzählt und ich habe gesehen, dass Collegefußball die ideale Lösung ist. Viele Top-Unis haben die Infrastrukturen eines Bundesligaklubs."

Bald Teamkollegen? Bastian Schweinsteiger verlängerte erst kürzlich seinen Vertrag bei Chicago Fire und könnte in der neuen Saison mit Ben Lundt zusammen spielen.
Bald Teamkollegen? Bastian Schweinsteiger verlängerte erst kürzlich seinen Vertrag bei Chicago Fire und könnte in der neuen Saison mit Ben Lundt zusammen spielen.  © DPA

In Lundts Fall ging der Weg nach Akron. Für den Torwart war der Weg nach Amerika genau der richtige Schritt. Mit seiner Mannschaft erreichte er sogar das Endspiel der College-Liga.

"Die Entscheidung, in die USA zu gehen, war die richtige Entscheidung. Das tollste Erlebnis war natürlich, bis zum Finale im College Cup der Division 1 zu kommen, zum zweitbesten Team von über 200 Mannschaften zu gehören und vor 10.000 Zuschauern in Kalifornien zu spielen."

Wohin es für den Goalie nach dem Draft geht, entscheidet sich nach dem Combine, ein dreitägiges Talentecamp, in dem die Spieler von Coaches und Scouts genau unter die Lupe genommen werden.

Auch mit einem Scheitern befasste sich der Berliner: "Ich habe das getan und bin zu dem Entschluss gekommen, dass ich dann mein Studium an meiner Uni als Bachelor beenden möchte und wahrscheinlich noch ein Traineejahr dranhänge, um Berufserfahrung zu bekommen. Ich studiere Betriebswirtschaft mit Salesmanagement als Schwerpunkt und das macht mir großen Spaß. Falls ich gedrafted werde, schließe ich mein Studium mit Onlinekursen an der Uni ab."

Dennoch hat er bereits eine Wunschvorstellung: "Ich würde gerne gedraftet werden und spielen. Das ist das Wichtigste. Aber mit Bastian Schweinsteiger in Chicago zu spielen, wäre auf alle Fälle ein Traum. Chicago ist auch noch eine meiner liebsten Städte in den USA."

Am 11. Januar entscheiden dann die Manager der MLS-Klubs über die Zukunft der Talente. Berlin drückt die Daumen für Ben Lundt.

Mehr zum Thema Berlin:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0