Sonderlob für Herthas Darida: War das der Befreiungsschlag?

Berlin - Es sind mal wieder Geschichten, die nur der Fußball schreibt. In seinem 100 Bundesligaspiel für Hertha BSC wird Vladimir Darida zum Matchwinner. Mit einem Traumtor sorgte der Tscheche für den so wichtigen Sieg der Berliner - ausgerechnet gegen seinen Ex-Klub.

Herthas Co-Trainer Alexander Nouri (l) jubelt zum Spielende mit dem Torschützen Vladimir Darida.
Herthas Co-Trainer Alexander Nouri (l) jubelt zum Spielende mit dem Torschützen Vladimir Darida.

Dabei war es kein Zufall, dass ausgerechnet Darida den einzigen Treffer des Nachmittags erzielen konnte. Herthas Dauerläufer hat seine Torgefährlichkeit wieder entdeckt.

Sein feiner Treffer aus über 20 Metern ist bereits das dritte Saisontor. In den vorigen beiden Spielzeiten blieb der Mittelfeldspieler, auch weil Verletzungen ihn immer wieder zurück warfen, gar ohne Treffer.

"Wir haben uns sehr, sehr schwergetan in der ersten Halbzeit und dann hat sich Gottseidank der Vladi ein Herz genommen und ein wunderschönes Tor erzielt", sagte Klinsmann. "Das ist bezeichnend, dass das Tor durch einen Kerl kommt, der sich aufopfert für die Mannschaft. Er ist ein absoluter Geber, er will nur eines, dass wir uns nach oben ziehen."

Im Sommer noch als Verkaufskandidat gehandelt, ist der 29-Jährige schon seit Monaten einer der Lichtblicke im Spiel der Berliner. "Ich hatte schon vor dem Spiel ein gutes Gefühl", sagte Darida. "Ich muss mehr solche Weitschüsse probieren."

Hertha BSC beendet Negativlauf von sieben Spielen ohne Sieg

Jürgen Klinsmann feiert seinen ersten Sieg als Trainer von Hertha BSC.
Jürgen Klinsmann feiert seinen ersten Sieg als Trainer von Hertha BSC.  © Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

Trotz Klinsmann-Appell blieb die Kulisse bei den abstiegsbedrohten Berlinern beschaulich. 37.343 Zuschauer sahen im Olympiastadion vor allem in Hälfte eins ein typisches 0:0 und quittierten den doch zaghaften Auftritt ihrer Mannschaft mit Pfiffen.

Trotz offensiver Ausrichtung - mit Dilrosun, Lukebakio, Selke und Ibisevic - war im Spiel nach vorne nicht viel zu sehen. Dank des Flatterballs von Darida kann die Mannschaft von Jürgen Klinsmann nun aber erstmal durchatmen. Der Hauptstadt-Klub konnte nach zwei Monaten und sieben sieglosen Spielen endlich wieder einen Dreier holen.

"Für die Mannschaft ist es enorm wichtig, da brauchen wir gar nicht drüber reden", sagte Klinsmann. "Wir haben vor dem Spiel gesagt, dass wir die drei Punkte brauchen, egal wie. Und die drei Punkte haben wir jetzt, und dann geht es alles etwas leichter. Die Köpfe werden leichter."

Die Situation bleibt angesichts der kommenden Gegner prekär. Am Mittwoch muss Hertha zu Bayer Leverkusen, am Samstag ist Borussia Mönchengladbach zu Gast - dann wahrscheinlich mit mehr Zuschauern im Olympiastadion.

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