"Das war ein klarer Elfer": Erneuter Last-Minute-Frust für Hertha

Berlin - An seinem 43. Geburtstag sah Hertha-Trainer Pal Dardai ein hochklassiges Bundesligaspiel. Die Partie zwischen Hertha BSC und Borussia Dortmund wurde dem Begriff Topspiel in jeder Hinsicht gerecht.

Pal Dardai reklamiert am Spielfeldrand.
Pal Dardai reklamiert am Spielfeldrand.  © DPA

Geschenke gab es für den Ungarn von den Dortmundern aber nicht - im Gegenteil. Marko Reus wurde in der Nachspielzeit zum Partycrasher. Zweimal hat Hertha gegen den Meisteranwärter geführt, zweimal haben sie die Führung noch aus der Hand gegeben.

"Die Mannschaft hat ein super Spiel gemacht. Spielerisch waren sehr gute Aktionen dabei, aber hauptsächlich haben wir auch gut verteidigt. Jeder ist an seine Grenzen gegangen, deswegen ist es sehr enttäuschend, dass wir nicht mal einen Punkt mitgenommen haben", erklärte Neu-Nationalspieler Niklas Stark, der unter den Augen von Bundestrainer Joachim Löw eine souveräne Partie spielte.

Für die Berliner hätte das Spiel kaum besser beginnen können. Nach vier Minuten lagen die Hausherren schon in Front. Maximilian Mittelstädt probierte es auf nassem Rasen aus 18 Metern. Roman Bürki hatte mit dem Schuss so seine Probleme und ließ nach vorne abklatschen. Salomon Kalou reagierte am schnellsten und schob ein.

Zwar konnte Thomas Delaney zehn Minuten später den Ausgleich erzielen - Karim Rekik hatte noch entscheidend abgefälscht - doch zum Ende der ersten Halbzeit stand Kalou erneut im Mittelpunkt. Weigl hatte eine Hereingabe von Duda unglücklich mit dem rechten Arm abgewehrt. Schiedsrichter Welz entschied auf Elfmeter. Der Ivorer blieb cool und verwandelte zum 2:1 (34. Minute). Wie schon im Hinspiel gelang dem 33-Jährigen ein Doppelpack. Auch damals traf er vom Punkt.

Salomon Kalou jubelt nach seinem Doppelpack.
Salomon Kalou jubelt nach seinem Doppelpack.  © DPA

"Wir hätten heute einen Punkt verdient gehabt. Wir haben eine fantastische erste Halbzeit hingelegt und hatten auch in der zweiten Hälfte noch einige Chancen. Ich weiß nicht genau, was dann passiert ist. Vielleicht lag es an der Physis, aber wir konnten den Ball nicht mehr so gut kontrollieren wie in der ersten Halbzeit", sagte der Torschütze.

Nach dem Seitenwechsel hatte sich der BVB viel vorgenommen. Die Gäste machten nun ordentlich Druck und kamen prompt zum Ausgleich. Nach einer Ecke köpfte Zagadou zum erneuten Ausgleich ein (47.). Hertha kam in den ersten Minuten nach der Pause teilweise kaum aus der eigenen Hälfte, doch auch dann meldeten sich die Berliner mit einem Pfostenkracher von Grujic zurück. Es entwickelte sich ein sehenswerter Schlagabtausch.

Nur zwei Minuten später hatte Duda nach einem tollen Pass von Kalou die Chance zur erneuten Führung. Der Slowake war auf und davon, wurde aber durch einen klaren Schubser von Dialog zu Fall gebracht. Diesmal blieb der Elfmeterpfiff aber aus - zum Unverständnis des Hertha-Trainers.

"Da war ein klarer Elfmeter. Wenn jemand mit Vollspeed hingeht und geschubst wird, ohne den Ball zu berühren, dann ist das Elfmeter", sagte Dardai. "Wer weiß, wie das Spiel dann gelaufen wäre. Aber wir sind ja die kleine Hertha. Sorry, das war nicht in Ordnung."

Stattdessen wurde Marco Reus in der Nachspielzeit zum Matchwinner (90.+2). Wie schon gegen Bremen musste Hertha einen Last-Minute-Treffer schlucken. Zuvor hatten die stürmenden Dortmunder einige Hochkaräter vergeben (Sancho/Delaney).

Wenn Hertha BSC nach der Länderspielpause nach Leipzig fährt, muss der Hertha-Coach nicht auf Jordan Torunarigha, der mit Gelb-Rot vom Platz flog, verzichten, sondern auch auf seinen Kapitän. Vedad Ibisievic regte sich kurz vor Spielende über Zeitspiels des Dortmunder Keepers Roman Bürki auf. Der Bosnier schrie in Richtung Bürki, schnappte sich den Ball, warf ihn in seine Richtung und traf dem Keeper am Kopf.

Schiedsrichter Tobias Welz sah sich die Szene nach einem Hinweis aus Köln noch einmal an und schickte den Stürmer mit glatt Rot vom Feld. In seinen 310 Bundesligaspielen ist es seine bereits fünfte Rote Karte.

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