Nach Skandal-Spiel in Dortmund: Herthas Fanhilfe sieht Polizisten als Straftäter!

Berlin/Dortmund - Am 9. Spieltag der Hinrunde erlebten die Fans im Dortmunder Signal-Iduna-Park ein spannendes, mitreißendes Bundesligaspiel zwischen dem BVB und Hertha BSC. Blöd nur, wenn sich weniger Zuschauer an das Endergebnis, als an die Vorfälle im Gästeblock erinnern. Die Auseinandersetzung zwischen der Dortmunder Polizei und der Berliner Fanszene eskalierte und ist auch noch Monate später ein großes Thema.

Herthas Ultra-Gruppierung "Hauptstadtmafia" feierte in Dortmund ihr 15-jähriges Jubiläum mit einer Pyro-Show.
Herthas Ultra-Gruppierung "Hauptstadtmafia" feierte in Dortmund ihr 15-jähriges Jubiläum mit einer Pyro-Show.  © DPA

Beginnend mit einer Pyro-Show der Ultra-Gruppierung "Hauptstadtmafia '03" entwickelten sich Szenen, die in einem Fußballstadion nichts zu suchen haben.

Dass das Abbrennen von Feuerwerkskörpern verboten ist, muss eigentlich nicht nochmals erwähnt werden.

Dennoch ist das besondere Merkmal eines Supports bundesweit verbreitet und gehört, auch wenn verboten, zum Stimmungsbild der Bundesliga.

Genau diese Pyro-Aktion gab den Anlass, dass die Dortmunder Polizei ungewöhnlich brutal ein Banner sicherstellen wollten, hinter dem die Fackeln gezündet wurden.

Selbsterklärend, dass die Lage eskalierte. Jeder Fußball-Fan und eigentlich auch jeder Beamte im Stadion weiß von der essenziellen Wichtigkeit solcher Banner im Fan-Kosmos.

Ende vom Lied, neben den völlig demolierten Sanitär-Anlagen im Dortmunder Stadion, blieben viele verletzte Hertha-Fans zurück. Anscheinend interessiert sich aber keiner für die Opfer dieses unverhältnismäßigen Polizeieinsatzes, wie nun die Fanhilfe Hertha B.S.C. mitteilt. Die Rede ist von einer "einseitigen und unsachlichen Aufarbeitung der Vorfälle".

Gewohnte Bilder: Werder Bremen-Ultras zünden vor den Augen der Polizei Pyro-Technik.
Gewohnte Bilder: Werder Bremen-Ultras zünden vor den Augen der Polizei Pyro-Technik.  © DPA

Wie es in der Pressemitteilung heißt, wurden in den vergangenen Tagen pauschal Beschuldigtenvernehmungen an vermeintliche Straftäter des Dortmund-Spiels verschickt. Während die zahlreichen Opfer des Polizei-Einsatzes vergeblich auf ihre Vernehmung warten.

Die Message der Fanhilfe ist klar: "Wenn Beschuldigtenvernehmungen wichtiger sind als Opferschutz, läuft etwas gehörig falsch!"

Vor allem die lückenhafte Aufklärung der Vorfälle lässt die Hertha-Anhängerschaft verzweifeln: "Die Straftäter in den Reihen der Polizei werden durch ihre eigenen Kollegen vor Ermittlungen geschützt und Woche für Woche wieder auf Fußballfans losgelassen."

Von der Dortmunder Polizei kam es bezüglich der Vorwürfe keine Stellungnahme.

Am 27.10.2018 führte das Abbrennen von Pyro-Technik zu einer gewaltigen Auseinandersetzung zwischen der Polizei und der Hertha-Anhängerschaft im Gästeblock des Dortmunder Signal-Iduna-Parks.

Nach den Vorfällen des neunten Spieltags solidarisierten sich die meisten Fanszenen Deutschlands mit der Hertha. Bei weiteren Heimspielen des BVB zündeten neben den Fans im Gästeblock auch die Fans auf der Gelben Wand. Die bengalischen Feuer der Dortmunder wurden von der Provokation Richtung Polizei "Blocksturm wegen Pyro? Dann kommt, ihr Hunde" untermalt.

Herthas Fanszene währt sich gegen die lückenhafte Aufklärung der Dortmunder Polizei.
Herthas Fanszene währt sich gegen die lückenhafte Aufklärung der Dortmunder Polizei.  © DPA

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