Hertha zwischen Pokal-Krimi und Derby: "Wäre geil, wenn wir so ein Spiel jede Woche hätten"

Berlin - Was für eine geniale Fußballnacht für Hertha BSC! Für dieses Spiel brauchten die Hertha-Fans starke Nerven. 0:1 zur Pause, 2:2 nach 90 Minuten, das 2:3 in der Verlängerung, mit der letzten Aktion doch noch das 3:3 - und im Elfmeterschießen einen starken Thomas Kraft.

Die Vorentscheidung: Hertha-Keeper Thomas Kraft (l.) hält im Elfmeterschießen gegen Dynamo-Verteidiger Kevin Ehlers.
Die Vorentscheidung: Hertha-Keeper Thomas Kraft (l.) hält im Elfmeterschießen gegen Dynamo-Verteidiger Kevin Ehlers.  © Andreas Gora/dpa

Herthas Ersatzkeeper feierte erwartungsgemäß sein Saisondebüt und wurde zum Helden. Schon beim zwischenzeitlichen Ausgleich von Ex-Herthaner Patrick Ebert hatte der 31-Jährige die Ecke geahnt. Der Ball rutschte aber noch unter seinen Armen durch.

Im Elfmeterschießen hatte er dann maßgeblichen Anteil an das Zitter-Weiterkommen von Hertha. Kraft konnte sowohl gegen Müller, als auch gegen Ehlers parieren. "Mich freut es extrem für ihn als Sportsmann, dass er der Mannschaft den Sieg beschert hat", lobte Hertha-Trainer Ante Covic.

"Als Nummer zwei bist du im Hintergrund und selten in vorderster Front. Heute freuen wir uns für ihn, dass sich die Arbeit, die er tagtäglich absolviert, gelohnt hat."

Beinahe hätte der Ex-Bayern-Keeper, der beim 2:3 durch Luka Stor noch unglücklich ausgehen hatte, auch den dritten Elfmeter gehalten, bewegte sich aber zu früh, sodass Stor seinen Versuch wiederholen durfte.

Hertha zeigte erneut Comeback-Qualitäten und gab den Glauben an die eigene Stärke nie auf - auch nicht in der Nachspielzeit der Verlängerung. In allerletzter Minute rettete der eingewechselte Jordan Torunarigha seine Mannschaft in die Verlängerung (120.+2). Dabei hätten die Blau-Weißen einen kürzeren Abend hätten haben können. Schon nach 15 Minuten müssen die Gastgeber 2:0 führen, stattdessen mussten sie, wie schon so häufig in dieser Saison, einen Rückstand durch Dresdens Koné hinterherlaufen.

Nun steht für Hertha BSC das große Stadtderby beim 1. FC Union Berlin an

Die Mannschaft rennt zu Marko Grujic (l.) . Der Serbe machte den Einzug ins DFB-Pokal-Achtelfinale perfekt.
Die Mannschaft rennt zu Marko Grujic (l.) . Der Serbe machte den Einzug ins DFB-Pokal-Achtelfinale perfekt.  © Andreas Gora/dpa

Mit dem ersten Angriff im zweiten Durchgang konnte Hertha in Form von Dodi Lukebakio zurückschlagen. Von nun an war es nur noch ein Spiel auf ein Tor, doch entweder war das Aluminium im Weg (Dilrosun, Kalou) oder Dynamos hervorragender Torwart Broll verhinderte den Einschlag.

"Wir hätten die Chancen machen müssen. Dann wäre das Ding viel früher entschieden worden. Das ist das, was wir uns ankreiden müssen", sagte Marius Wolf nach dem Spiel.

Ondrej Duda drehte per Foulelfmeter das Spiel, doch Ebert rettete Dynamo ebenfalls vom Punkt in die Verlängerung. "Wir hätten nicht damit gerechnet heute so lange zu spielen. Das Wichtige ist, dass wir gewonnen haben", so Torschütze Lukebakio.

Auf die Hertha-Fans wartet nun das nächste Highlight, doch die Regenerationszeit ist kurz. Bereits am Samstag kommt es erstmals in der Bundesliga zum Kräftemessen zwischen Hertha und Union. Die Eisernen haben nach ihrem Sieg in Freiburg einen Tag mehr zur Vorbereitung. Zudem hat Hertha 120 anstrengende Minuten in den Knochen. "Vielleicht ist es ein Vorteil für sie, aber das darf für uns keine Entschuldigung sein", betonte Herthas Rekordeinkauf.

In der Alten Försterei wird eine ähnliche Atmosphäre wie beim Pokalspiel erwartet. Rund 30.000 Fans aus Dresden, die immer wieder Bengalos zündelten, fanden den Weg nach Berlin. "Es hat uns eher noch mehr motiviert. Wäre geil, wenn wir jede Woche so ein Spiel hätten. Jetzt haben wir am Samstag das nächste", berichtete Wolf und gab die Marschrichtung vor: "Jeder Spieler ist heiß. Solche Spiele kitzeln nochmal ein paar Prozent mehr raus. Wer sich da nicht darauf freut, dann weiß ich auch nicht."

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