Hertha gewinnt irren Pokal-Fight im Elfmeterschießen gegen Dynamo

Berlin - Was für ein Pokal-Wahnsinn! Hertha BSC hat sein Heimspiel im DFB-Pokal gegen Dynamo Dresden nach einem irren Fight erst im Elfmeterschießen dank Torwart Thomas Kraft mit 8:7 (3:3/2:2/0:1) gewonnen.

Herthas Marko Grujic (vorne-links) im Zweikampf mit Dynamos Baris Atik.
Herthas Marko Grujic (vorne-links) im Zweikampf mit Dynamos Baris Atik.  © Andreas Gora/dpa

Moussa Koné hatte Dynamo vor 70.429 Zuschauern im Berliner Olympiastadion mit 1:0 in Führung gebracht (36. Minute). Herthas Lukebakio erzielte kurz nach der Pause den 1:1-Ausgleich (48.). Ondrej Duda drehte per Foulelfmeter das Spiel (85), ehe Patrick Ebert ebenfalls vom Punkt den erneuten Ausgleich erzielen konnte (90). In der Verlängerung brachte Luka Stor Dresden mit 3:2 in Führung (107). Jordan Torunarigha rettete die Gastgeber mit seinem Treffer zum 3:3 ins Elfmeterschießen. (120.+2)

Dort konnten sich die Hertha-Fans bei Kraft bedanken, der gleich zweimal parieren konnte. Marko Grujic sorgte mit seinem entscheidenden Elfmeter für den Einzug in die nächste Runde.

Schon vor dem Pokalfight hatte Hertha-Coach Ante Covic Veränderungen angekündigt. Nach der unglücklichen 2:3-Pleite gegen die TSG 1899 Hoffenheim tauschte der Cheftrainer auf fünf Positionen.

Kraft feierte erwartungsgemäß sein Saisondebüt. Zudem rutschten Salomon Kalou, Ondrej Duda, Javairo Dilrosun und Niklas Stark in die Startelf. Vedad Ibisevic, Per Skjelbred und Lukas Klünter erhielten eine Pause. Dedryck Boyata fehlte ohnehin mit Leistenproblemen.

Hertha versuchte von Beginn an die Gäste unter Druck zu setzen. Sieben Minuten waren gespielt, da vergab Hertha schon den ersten Hochkaräter. Wolf versuchte es aus der Distanz, Broll ließ den Ball nur klatschen aber Kalou jagte den Abpraller aus kurzer Distanz über das Tor. Nur wenige Sekunden später verpasste Lukebakio eine Hereingabe von Kalou nur knapp (8.).

Den Berlinern gehörte klar die Anfangsphase. Broll kratzte Dilrosuns Schuss aus dem langen Eck. Der hätte genau gepasst (13.).

Auf der Gegenseite ließ Dynamo plötzlich die Riesen-Chance zur Führung liegen. Koné setzte den Ball freistehend vor Kraft knapp neben das Tor (17.). Die Gäste waren jetzt drin im Spiel.

Moussa Koné dringt Dynamo in Führung, Dodi Lukebakio gleicht für Hertha BSC aus

Hertha-Angreifer Dodi Lukebakio (Zweiter von links) trifft zum 1:1.
Hertha-Angreifer Dodi Lukebakio (Zweiter von links) trifft zum 1:1.  © DPA

Unterstützt von über 30.000 Gästefans, die immer wieder Pyrotechnik zündeten, suchte auch der Zweitligist über Konter den Weg nach vorne.

Das Covic-Team versuchte das Spiel zu beruhigen und kam nur noch selten zu Abschlüssen (Dilrosun, Lukebakio).

Im Gegenzug musste Hertha plötzlich einen Rückschlag hinnehmen. Nach einem Eckball wurde die Alte Dame im eigenen Stadion ausgekontert. Diesmal behielt Koné die Nerven und erzielte die Führung - 0:1 (36.).

Weil Broll kurz vor dem Pausenpfiff einen Freistoß von Duda entschärfen konnte, ging es mit einem Rückstand in die Kabinen.

Nach dem Seitenwechsel erwischte Hertha erneut den besseren Start - und wurde prompt belohnt. Duda nahm Wolf mit, der den Ball scharf vor das Tor spielte. Lukebakio war am schnellsten und drückte den Ball über die Linie - 1:1 (48.).

Die Hausherren wollten sofort nachlegen. Dilrosun nahm es mit gleich mit drei Abwehrspielern auf, konnte das Spielgerät aber nicht mehr am Keeper vorbeispitzeln (53.).

Hertha erspielte sich nun Chance um Chance, vergab diese aber leichtfertig. Erst klatsche ein Kopfballaufsetzer von Dilrosun an die Latte (56.), dann setzte Kalou Lukebakios Hereingabe an den Außenpfosten (59.). Nur acht Minuten später rettete Broll erneut stark gegen Duda.

Hertha BSC und Dynamo Dresden mit einem Wechselbad der Gefühle

Herthas Ondrej Duda (r.) und Dynamos Sascha Horvath kämpfen um den Ball.
Herthas Ondrej Duda (r.) und Dynamos Sascha Horvath kämpfen um den Ball.  © Andreas Gora/dpa

Die Blau-Weißen drückten weiter auf den Führungstreffer, auch wenn die Chancen nicht mehr ganz so zwingend waren.

In der 85. Minute konnten die Fans in der Ostkurve dann aber doch noch jubeln. Kreuzer hatte Lukebakio im Strafraum von den Beinen geholt. Duda verwandelte den fälligen Elfmeter vom Punkt zum 2:1 für die Hausherren.

Lange freuen konnten sich die Herthaner aber nicht. Patrick Ebert sorgte ebenfalls per Elfmeter für den erneuten Ausgleich und rettete die Gäste in die Verlängerung (90.).

Covic reagierte und brachte mit Vedad Ibisevic für den ausgepumpten Lukebakio einen frischen Mann für die Offensive. Später kam auch noch Mathew Leckie für Marius Wolf

Der Kräfteverschleiß war beiden Mannschaften anzumerken. Spielerisch ging auf beiden Seiten nicht mehr viel.

Nachdem Ibisevic' vermeintlicher Führungstreffer wegen Abseits nicht zählte, klingelte es plötzlich auf der anderen Seite. Kraft ließ Stors Schuss durch die Arme rutschen - 2:3 (107). Hertha versuchte noch einmal alles und belohnte sich in letzter Sekunde. In der Nachspielzeit jagte der eingewechselte Torunarigha den Ball in die Maschen - 3:3 (120+2.)!

Im Elfmeterschießen hatte Hertha die besseren Nerven. Erst hielt Kraft gegen Jannik Müller, dann jagte Rekik den Ball über das Tor. Weil aber Kraft auch gegen Kevin Ehlers hielt, sorgte Marko Grujic für den Einzug ins Achtelfinale.

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